Deutsche Bahn AG
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Der halbe Mettlacher Tunnel ist eine Baugrube
16.06.2005, 16:36

1,2 Kilometer lange Baustelle im Tunnel / Neue Entwässerung für 144 Jahre alten Tunnel / Zugverkehr wird nicht beeinträchtigt

(Frankfurt am Main, 16. Juni 2005) Der Mettlacher Tunnel, dort wo die Eisenbahnstrecke von Saarbrücken nach Trier durch den Berg hinter der Saarschleife fährt, ist derzeit sicherlich der ungewöhnlichste Tunnel der Bahn. Auf einer Längshälfte herrscht reger Zugbetrieb, auf der anderen klafft eine bis zu 1,80 Meter tiefe Baugrube. Seit November letzten Jahres wird hier an der Erneuerung der Mittelentwässerung gearbeitet, während etwa 140 Züge täglich zum Anfassen nah auf dem Nachbargleis durchfahren. Durch den eingleisigen Betrieb kann der Zugverkehr aufrechterhalten werden, so dass Reisende nicht durch die Bauarbeiten betroffen sind. Insgesamt investiert die Bahn über 4 Millionen Euro in den Mettlacher Tunnel.

1.251 Meter lang ist die Baustelle, die jedoch kein Gefühl von Weite aufkommen lässt. Denn der beeindruckenden Länge steht ihre schmale Breite gegenüber - nur 3,10 Meter so genannter Arbeitsbreite stehen im Tunnel für die Bauarbeiten zur Verfügung. Das ist nicht einmal die halbe Breite des zweigleisigen und 6,75 Meter breiten Tunnels durch den seit 1860 der Zugverkehr rollt. Damit auch während der Bauzeit die Bahnlinie nicht unterbrochen werden musste, ließen sich die Ingenieure der Bahn etwas Besonderes einfallen. Sie teilen die Erneuerung der Mittelentwässerung in zwei Bauphasen auf. In der ersten - von Oktober letzen Jahres bis zum Februar - wurde das Gleis Richtung Mettlach für den Zugverkehr gesperrt. Von dort aus begann man, etwa 580 Eisenträger und 240 Stahlplatten, jede 600 Kg schwer, in den Boden zu rammen. Als das erledigt war wurde in der zweiten Bauphase der Zugverkehr auf das andere Gleis geleitet, so dass man entlang der insgesamt 144 Tonnen schweren Stützwand aus Eisenplatten den Fels- und Sandsteinboden abgraben konnte.

'1.800 Kubikmeter Schotter wurden in den vergangenen Monaten abgetragen und 2.900 Kubikmeter Boden abgebaggert', erklärt Heinrich Marx, verantwortlicher Projektleiter bei der DB ProjektBau in Saarbrücken. Die Schienen wurden in 120 Meterstücke geschnitten und einzeln abtransportiert. Die 2,5 Kilometer Schienen und 2.000 Schwellen, die ausgebaut wurden werden am Tunnelausgang auf der Besseringer Seite gelagert und im September wieder eingebaut. Nachdem der neue Entwässerungskanal eingebaut wurde, wird der Boden aufgefüllt und Schotter, Schwellen und Schienen wieder eingebaut.

Dass die Erneuerung der Mittelentwässerung notwendig wurde, ist in der Tunnelbauweise des 19. Jahrhunderts begründet. Damals wurden Tunnel nicht als Röhren, sondern, wie ein umgedrehtes 'U' gebaut, d.h. es wurde ein Gewölbe gemauert, welches rechts und links auf dem umgebenden Stein aufsteht. Der Schotter mit den Gleisen liegt somit auf dem natürlichen Untergrund auf, wodurch Wasser in die Tunnelsohle eindringen kann, das abgeleitet werden muss. Daher benötigen alte Tunnel eine sogenannte Mittelentwässerung, einen Entwässerungskanal, der sich in der Längsmitte des Tunnels zwischen den beiden Gleisen befindet. In den folgenden Jahrzehnten weichte der Druck des Grundwassers den Sandstein immer mehr auf. Daher mussten der bestehende Entwässerungskanal und der Untergrund des Gleises von Mettlach in Richtung Besseringen erneuert werden.

Hinweis für die Redaktionen: Tagesaktuelle Aufnahmen von den Arbeiten im Tunnel sind ab heute, 17 Uhr unter www.db.de/press  digital abrufbar.

Herausgeber: Deutsche Bahn AG
Kommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin
Verantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg




Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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