Technische Universität Berlin
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Deutsche Mathematiker-Vereinigung verleiht Medienpreise
06.11.2006, 15:52
Mit dem Werbespruch 'Leider teuer!' wurde vor zehn Jahren die Mode der Kleidungsmarke René Lazard beworben. Mathematik ist 'Leider schwierig!', aber gerade deshalb interessant, spannend, aufregend, herausfordernd. Deswegen ist die Vermittlung der Wissenschaft und ihrer Schönheit eine besondere Herausforderung. Dieser Herausforderung stellt sich die Deutsche Mathematiker-Vereinigung und vergibt alle zwei Jahre ihre Medienpreise für besondere Verdienste um die Darstellung der Mathematik in der Öffentlichkeit.

Am kommenden Freitag werden die Medienpreise feierlich verliehen. Wir möchten Sie hierzu herzlich einladen:

Wann? Freitag, 10.11.2006, ab 19:00 Uhr,
Wo? Leibnizsaal der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Eingang Markgrafenstraße 38, Berlin-Mitte

Presse-Anmeldung bitte an: pose@math.tu-berlin.de.

Der Medienpreis 2006 der DMV - dotiert mit 4000 Euro - geht an George Spziro (Jerusalem) für seine Kolumnen 'Szpiros kleines Einmaleins' in der Neuen Zürcher Zeitung, für die er regelmäßig und beständig neue und originelle Themen aus der Mathematik findet und aufgreift, sorgfältig recherchiert und liebevoll aufbereitet. Seine Kolumnen sind als Bücher erschienen: 'Mathematik für Sonntagmorgen. 50 Geschichten aus Mathematik und Wissenschaft' (2005) und 'Mathematik für Sonntagnachmittag. Weitere 50 Geschichten aus Mathematik und Wissenschaft' (2006). Die Laudatio hält Dr. Christoph Pöppe ('Spektrum der Wissenschaft') unter dem Titel 'Keine Scheu vor Risikoscheu'. George Szpiro antwortet unter der Überschrift 'Wahrheit, die ganze Wahrheit, nichts als die Wahrheit'.

Ulf von Rauchhaupt (Frankfurt) erhält den Journalistenpreis 2006 der DMV - dotiert mit 1000 Euro - für seinen Aufsatz 'Professor Gödel und die Wahrheit' (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23. April 2006), der zum 100. Geburtstag des genialen Logikers zeigt, dass seine Ideen vielfältig aufgenommen worden sind und sich in wichtigen aktuellen Debatten auch der Physik und Informatik widerspiegeln. Die Laudatio von Prof. Rainer Schulze-Pillot (Saarbrücken) steht unter der Überschrift 'Von der Unvollständigkeit bis zur Unerreichbarkeit'.

'Enzensberger-Stern'
Eine besondere und außergewöhnliche Ehre wird dem Schriftsteller, Lyriker und Essayisten Hans Magnus Enzensberger zu teil: Namensgebungen ehrenhalber sind in der Mathematik eigentlich unüblich. Trotzdem wird am Freitag nicht ein Stern oder Mondkrater, sondern ein mathematisches Objekt von besonderer Schönheit - eine Fläche mit sechs Spitzen - nach Enzensberger benannt, und dem Schriftsteller persönlich ein Modell aus Glas überreicht: der 'Enzensberger-Stern'.

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung zeichnet ihn damit für seine vielfältigen, einsichtsreichen und originellen Brückenschläge zwischen Mathematik und Öffentlichkeit aus. In diesem Zusammenhang hervorzuheben ist das Kinderbuch 'Der Zahlenteufel' (1999) und seine Rede 'Zugbrücke außer Betrieb. Mathematik im Jenseits der Kultur - Eine Außenansicht' zum Internationalen Mathematikerkongress 1998 in Berlin.

Die Laudatio auf Hans Magnus Enzensberger hält Prof. Dr. Jochen Brüning (HU Berlin): 'Die Fläche des Poeten'.

Kurzbiografien der Preisträger:
Dr. George Szpiro, geboren 1950 in Wien, studierte Mathematik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, Betriebswirtschaft an der Stanford University (USA) und wurde 1984 an der Hebräischen Universität Jerusalem (Israel) in Mathematischer Ökonomie promoviert. Er forschte an der Hebräischen Universität Jerusalem, an der University of Pennsylvania (USA) und an der Universität Zürich (Schweiz). Zusätzlich war er als Management-Berater für McKinsey & Co. in Zürich, München und London tätig. Er ist Autor zahlreicher Artikel in Fachzeitschriften für Mathematik, Physik und Wirtschaft. Für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ist Szpiro seit 1986 als Israel-Korrespondent und seit 1997 als Journalist für das Ressort Wissenschaft und Technik tätig. Für die NZZ am Sonntag verfasst er die monatliche Kolumne 'George Szpiros kleines Einmaleins'. Szpiro lebt und arbeitet in Jerusalem.

Dr. Ulf von Rauchhaupt, geboren 1964 in Frankfurt am Main, studierte Physik und Philosophie an der Technischen Universität München und wurde 1997 im Fach Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Er forschte am Max-Planck-Institut (MPI) für Extraterrestrische Physik in Garching, am MPI für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und am Forschungsinstitut des Deutschen Museums in München. 1998 hospitierte von Rauchhaupt im Ressort Wissen der ZEIT in Hamburg. Im Jahr 2001 wurde er Redakteur im Feuilleton der F.A.Z. und im Ressort Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dort ist er seit 2003 stellvertretender Ressortleiter. Von Rauchhaupt lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Dr. Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Sprachen an den Universitäten Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und an der Sorbonne in Paris (Frankreich) und wurde 1955 im Fach Literaturwissenschaften promoviert. Er war tätig als Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, als Verlagslektor bei Suhrkamp in Frankfurt am Main und lehrte als Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm, an der Universität in Frankfurt am Main und an der Wesleyan University in Connecticut (USA). Er begründete die kritische Zeitschrift 'Kursbuch', deren Herausgeber er bis 1975 war und die Literaturzeitschrift 'TransAtlantik'. Seit 1985 ist er Herausgeber der Buchreihe 'Die Andere Bibliothek'. Enzensberger veröffentlichte zahlreiche Werke als Lyriker, Essayist, Hörspielautor, Übersetzer und Herausgeber. Er zählt zu den größten lebenden Lyrikern der deutschen Sprache. Enzensberger lebt und arbeitet in München.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Günter M. Ziegler, Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), Institut für Mathematik der TU Berlin, 10623 Berlin, Tel.: (030) 314-25730, E-Mail: ziegler@math.tu-berlin.de

Abbildung:
'Enzensberger-Stern' (von Prof. Dr. Herwig Hauser, Innsbruck):
www.tu-berlin.de/uebertu/fotogalerie/forschung_lehre/Enzensberger-Stern.jpg

    


Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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