Doppelspitze: Audi A2 1.2 macht Drei-Liter-Lupo Konkurrenz
23.08.2001, 12:09

Berlin - 23.8.01

Der Drei-Liter-Lupo von VW hat endlich Konkurrenz bekommen. Im Öko-Check des Verkehrsclub Deutschland (VCD) stehen der Audi A2 1.2 TDI 3L und der VW Lupo 3L punktgleich auf Platz Eins. Damit gibt es zum Spitzenreiter der letzten zwei Jahre eine ernsthafte Alternative. Der A2 ist deutlich größer als der Lupo und deshalb in der Kompaktklasse angesiedelt. Autoexperten des Umwelt- und Verbraucherverbandes hatten die Umweltverträglichkeit von über 300 gängigen Modellen verglichen. Neben Schadstoffen und der Lärmbelastung bewertete der VCD den klimawirksamen Kraftstoffverbrauch wieder besonders kritisch. Als Umweltgefahr Nummer Eins ging der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) mit 40 Prozent in den Öko-Check ein.

Der VCD kritisierte, dass außer Audi/VW kein anderer Konzern ein echtes serienmäßiges Drei-Liter-Auto anbieten würde. VCD-Autoexperte Gerd Lottsiepen sagte: "Es spricht gegen die Innovationskraft vieler Autoproduzenten, kein Drei-Liter-Auto anzubieten". Nach Angaben des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA) liegt der Flottenverbrauch der verkauften Neuwagen im Jahr 2000 bei 7,24 Liter/100 km (2000). Er sank in den letzten zehn Jahren nur um 1,5 Liter. Enttäuschend: Im Stadtverkehr schluckt ein neuer Pkw fast 10 Liter (2000: 9,94 Liter). Nicht berücksichtigt sind dabei energiefressende Zusatzaggregate wie Klimaanlagen, die den Realverbrauch deutlich erhöhen. Neuwagen werden weiterhin immer schwerer, schneller und luxuriöser. Der Anstieg bei Gewicht und Motorleistung hebt einen Großteil der verbrauchssenkenden Fortschritte in der Antriebstechnik wieder auf.

Positiv bewertet der VCD, dass der Spritverbrauch auf deutschen Straßen im ersten Halbjahr 2001 im Vergleich zum Vorjahr um circa 5 Prozent sank (7,9% bei Benzin, 2,2% bei Diesel). Das zeugt von Verhaltensänderungen durch die vergleichsweise hohen Kraftstoffpreise. "Jetzt ist die Industrie gefordert, in allen Fahrzeugklassen dem Kundenwunsch zu folgen und den Verbrauch deutlich zu senken", sagte Lottsiepen und bezeichnete die Ökosteuer als ein langfristig zukunftssicherndes Instrument zum Erhalt der Umwelt und zur Schonung der begrenzten Ressource Erdöl. "Im Drei-Liter-Audi A2 kommt man genau so gut von A nach B wie in Konkurrenzautos, die doppelt oder dreimal so viel Sprit brauchen".

Die Autobauer haben die meisten sparsamen Motoren auf Dieselbasis konstruiert. Um die Krebsgefahr durch Rußpartikel und die Erkrankungsrisiken durch Feinstäube zu senken, forderte der VCD den serienmäßigen Einbau von Partikelfiltern in alle Diesel-Fahrzeuge.

"Auch der Drei-Liter-Lupo und der A2 stoßen als Diesel mehr krebserregende Schadstoffe aus als ein vergleichbarer Benziner", betonte Lottsiepen. Während Peugeot und Citroën inzwischen einige ihrer Fahrzeuge mit Rußfiltern ausrüsten, ist kein einziges deutsches Fahrzeug mit dieser höchst effizienten Technik auf dem Markt. Lottsiepen forderte die deutschen Hersteller auf, "nicht länger zu mauern und schnellstmöglich jedes Modell serienmäßig mit einem Partikelfilter auszurüsten". Wenn Citroën und Peugeot auch kleinere Modelle mit dem Filter ausrüsten, können sie auch in die Top-Listen kommen. Jetzt ist der Peugeot 607 mit Partikelfilter jedenfalls aus Umweltsicht das deutlich bessere Taxi als ein vergleichbarer Mercedes der E-Klasse.

Spitzenreiter 2001: Gemeinsam auf 1. Audi A2 1.2 TDI 3L / VW Lupo 3L TDI 3. Toyota Yaris 1,0 linea eco

Von den über 300 gecheckten Modellen erhielten 50 die Bestnote "Wenn schon ein Auto, dann so eins". Bei den Umweltbesten der Kompaktklasse ist der Audi A2 1.2 TDI 3L wie in den Top Ten Spitzenreiter, gefolgt vom Toyota Prius (Hybrid). Bei den Familienautos/Kombis liegen zwei Ford-Modelle vorne: Der Ford Focus 1,6i als Kombi oder mit Stufenheck und der entsprechende Focus 1,4i. Spritschluckende Mini-Vans, die der VCD in einer Extra-Liste bewertete, schnitten auch dieses Mal schlecht ab. Erfreuliche Ausnahme: der erdgasbetriebenene Opel Zafira schaffte als einziger Mini-Van den Sprung in die Besten der Familienautos. Der VCD appellierte an die Autofahrer: Wer sein Fahrzeug unter Umwelt-Gesichtspunkten kaufen möchte, sollte einen Pkw mit hoher Punktzahl aus der Auto-Umweltliste wählen.

Angesichts der Tatsache, dass auch im Jahr 2000 nur wenige Pkw die 5-Liter-Verbrauchsgrenze unterschreiten, forderte der VCD Obergrenzen für den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid. Da der CO2-Ausstoß unmittelbar vom Verbrauch abhängt, würde eine verbindliche Verbrauchsgrenze den Anteil der großen Spritschlucker schrittweise verringern. Der Flottenverbrauch müsse auf europäischer Ebene in allen Fahrzeugklassen drastisch sinken, so der VCD. "Die lasche freiwillige Selbstverpflichtung der Automobilindustrie reicht nicht aus, um die schädlichen Klimafolgen des Verkehrs in den Griff zu kriegen", warnte Lottsiepen und forderte: "Die Europäische Union muss ab 2005 für Neuwagen einen CO2-Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer festlegen". Das entspricht einem Verbrauch von 4,6 Liter Diesel bzw. 5,2 Liter Benzin auf 100/km. Pkw mit einem höheren Ausstoß hätten dann einen linear steigenden Aufschlag bei der Kfz-Steuer zu zahlen.

 

Burkhard Reinartz, VCD-Pressesprecher, (02 28) 9 85 85-(-23)

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Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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