Erdölförderung Schwedeneck-See im Rückblick
14.08.2002, 15:19

Damp, 14.08.2002 - Sechzehn Jahre förderte das Konsortium RWE Dea AG/Wintershall AG von den beiden Plattformen Schwedeneck-See A und B störungsfrei Öl aus der gleichnamigen Lagerstätte vor dem Ostseebad Damp. Die Fördermenge betrug insgesamt fast 3,5 Millionen Tonnen. Die Ölförderung wurde im Sommer 2000 beendet. Das Ölfeld ist erschöpft, und die Förderplattformen haben ausgedient. Mit der Beseitigung der Sockelbauwerke aus Stahlbeton, den so genannten Gründungskörpern der Plattformen mit einem Mittelschaft und acht Randzellen, tritt der Rückbau der Anlagen jetzt in die letzte Phase. Damit endet ein Ölförderprojekt, das in mehrerer Hinsicht ein herausragendes Vorhaben in Deutschland war. Dem Förderkonsortium hat es auch international wegen des bei dem Projekt erforderlichen technischen Know-hows weit über die Fachkreise hinaus große Anerkennung verschafft.nachdem bereits 1977 seismische Untersuchungen in der Kieler Bucht und im Jahr darauf Explorationsbohrungen in diesem Gebiet viel versprechende Ergebnisse erbracht hatten, führte die Ölpreiskrise des Jahres 1979 dazu, das Projekt zu beschleunigen.

1980 begann die Planung zur Feldesentwicklung mit umfangreichen Analysen, insbesondere Umwelt- und Sicherheitsstudien. Das zuständige Bergamt Celle genehmigte 1982 die eingereichten Bau- und Betriebspläne. Damit gab auch die Landesregierung in Kiel grünes Licht für das anspruchsvolle Offshore-Vorhaben.

Es dauerte dann noch einmal fast zwei Jahre, bevor am 28. September 1984 die Förderung zunächst von der Plattform A aufgenommen werden konnte. Von Plattform B wurde ab 18. Oktober 1985 Öl gefördert.

Wesentliche Planungsfaktoren zur Erschließung des ersten deutschen Offshore-Ölfeldes Schwedeneck-See waren neben den erwarteten Ölreserven auch die Sicherheits- und Umweltschutzerfordernisse. Hier galten besonders hohe Maßstäbe. Sowohl beim Bohren als auch bei der Ölförderung und schließlich beim Transport. Außerdem spielte der Schutz des Landschaftsbildes an der Küste mit ihren Ferien- und Freizeiteinrichtungen eine wichtige Rolle.

Die sichere und umweltverträgliche Rohstoffgewinnung aus dem Vorkommen unter allen Naturbedingungen erforderte ungewöhnliche und technisch neue Lösungen. Nach Abwägung aller maßgeblichen Anforderungen entschied sich das Konsortium, die Lagerstätte mit einer Vielzahl abgelenkter Bohrungen von nur zwei Bohr- und Förderplattformen aus zu erschließen. Auf einem schlanken Betonschaft jeder Plattform wurde ein kompaktes Stahldeck installiert, das alle technischen Einrichtungen für die Förderung und den Abtransport des Öls aufnahm. Die geringen Ausmaße der Anlagen ergaben sich durch das Konzept, das geförderte Öl ohne weitere Aufbereitung von den Bohrungen direkt über speziell entwickelte Seepipelines zu einer Aufbereitungsstation an Land weiterzuleiten. Modernste Prozess-technik ermöglichte die Steuerung von der Landstation aus. Die Plattformen waren in der Förderphase unbemannt, wurden aber regelmäßig kontrolliert und gewartet. Die Energieversorgung erfolgte über ein Seekabel.

Das auf der Landstation Waabs aufbereitete Reinöl wurde über eine neu verlegte Pipeline zur Raffinerie Heide ver-pumpt, abgeschiedenes Lagerstättenwasser über zwei an Land niedergebrachte Tiefbohrungen wieder in den Untergrund verpresst. Anfallendes Erdölgas wurde für den Eigenbedarf verwendet, der weitaus größere Anteil an die Kur- und Ferieneinrichtung Damp abgegeben, wo es zunächst zu Heizzwecken und später in einer Kraft/Wärme-Anlage genutzt wurde.

Die Ölproduktion aus dem Feld Schwedeneck-See erreichte 1986 mit knapp 400.000 Jahrestonnen ihren Höhepunkt. Entsprechend der dann ein-setzenden und zunehmenden Verwässerung fiel der Ölanteil stetig ab. Allerdings verlief dieser Vorgang wesentlich günstiger als vorausberechnet. Anstelle der ursprünglich erwarteten Gesamtförderung von 2,5 Millionen Tonnen konnten knapp 3,5 Millionen Tonnen Öl gefördert werden. Dieses gute Ergebnis ist der optimalen Platzierung der Bohrungen in der Lagerstätte, der harmonisch abgestimmten Förderstrategie und nicht zuletzt den günstigen Voraussetzungen in der Lagerstätte zu verdanken.

 

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