Greenpeace e.V.
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Kein Urwaldholz nach Deutschland! - Greenpeace-Aktion in Wilhelmshaven gegen russischen Holzfrachter
03.12.2001, 18:39

Wilhelmshaven, 3. 12. 2001 - Greenpeace protestiert seit den fruehen Morgenstunden in Wilhelmshaven gegen den Import von russischem Urwaldholz nach Deutschland. Aktivisten der Umweltorganisation fuhren in vier Schlauchbooten an den russischen Holzfrachter "Mekhanik Tyulenev" und versuchen die Entladung zu verhindern. Fuenf Kletterer erklommen den 85 Meter langen Frachter und entrollten zwischen den Entladekraenen ein Transparent mit dem Slogan "Kein Urwaldholz nach Deutschland". Auch der Kran an Land wurde von neun Kletterern besetzt. Die "Mekhanik Tyulenev" kommt aus Archangelsk, einer russischen Hafenstadt am Weissen Meer. Sie hat Schnittholz von Fichten und Kiefern aus dem Dvinsky-Urwald geladen, einem der letzten Urwaelder in Russland. In Deutschland sollen daraus vor allem Dielen, Holztaefelungen sowie Holzverschalungen hergestellt werden.

"Wir wollen kein Holz aus Russland, fuer das Urwald zerstoert wird", sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace. Deutschland ist in Europa nach Finnland und Schweden das wichtigste Absatzland fuer Holzprodukte aus Russland. Im Jahr 2000 importierte Deutschland Holz und Papier im Wert von ueber 560 Millionen Mark aus dem osteuropaeischen Land.

Salge: "Ohne Urwaelder werden auch die letzen Braunbaeren Europas aussterben. Dann gibt es Baeren nur noch auf Wappen und als Kuscheltier". In Europa leben nur noch 5500 bis 6000 Braunbaeren. Die Zerstoerung und Zerstueckelung seines Lebensraumes wird zu einer immer groesseren Gefahr. Der Dvinsky-Urwald gehoert zu den groessten, natuerlichen Rueckzugsgebieten des Braunbaeren.

Weltweit sind die sieben letzten grossen Urwaelder akut in Gefahr: Ausser den Urwaeldern im Norden Europas gehoeren dazu die nordischen Waelder in Sibirien und Kanada, die tropischen Regenwaelder am Amazonas, in Zentralafrika und in Suedostasien sowie die Bergwaelder Chiles. Jaehrlich verschwinden 150.000 Quadratkilometer Urwald - alle zwei Sekunden ein Fussballfeld.

Im April naechsten Jahres wird ueber den Schutz der letzten Urwaelder auf einem internationalen Urwaldgipfel verhandelt: Auf der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention ueber biologische Vielfalt (COP6-CBD) in Den Haag soll ein zehnjaehriger Aktionsplan fuer die Urwaelder erarbeitet werden. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich fuer einen zeitlich befristeten Abholzungsstopp einzusetzen. "Wir muessen endlich die Motorsaegen in den Urwaeldern stoppen, um dauerhafte Schutzzonen fuer die Urwaelder und eine oekologische Waldnutzung zu schaffen", erklaert Salge.

 

Achtung Redaktionen: Rueckfragen bitte an Oliver Salge, Tel. 0171-3728410, und Pressesprecherin Carmen Ulmen, Tel. 0171-8780-840. Hier erhalten Sie auch Foto- und Beta-Material. Informationen zur Kartierung der russischen Urwaelder senden wir Ihnen gerne zu. Internet: www.greenpeace.de/urwald




Hamburg - Veröffentlicht von pressrelations


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