Deutsche Bahn AG
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Teilstück der Ausbaustrecke Paris-Ostfrankreich-Südwestdeutschland fertig gestellt
19.11.2003, 15:38

Teilstück der Ausbaustrecke Paris-Ostfrankreich-Südwestdeutschland fertig gestellt

Schifferstadt wird entlastet / Züge fahren in einer Wanne an Schifferstadt vorbei

Frankfurt am Main, 19. November 2003 - Mit einer Sonderfahrt in dem historischen Zug 'Rheingold' wurde eine der neuesten Strecken der Bahn heute feierlich eröffnet. Die neun Kilometer lange Strecke zwischen Neustadt an der Weinstraße und Limburgerhof ist Teil der 127,8 Kilometer langen Eisenbahnstrecke von Saarbrücken nach Ludwigshafen. Sie ist der nördliche Ast der zukünftigen Schnellbahnverbindung zwischen Paris, Ostfrankreich und Südwestdeutschland (POS). Die POS Nord verläuft von Paris über Lothringen und Saarbrücken nach Mannheim und hat in ihrer Weiterführung über Frankfurt nach Berlin künftig eine wichtige Funktion als West-Ost-Magistrale. Der Bau der Umfahrung Schifferstadt hat fünf Jahre gedauert und dabei Investitionen in Höhe von 140 Millionen Euro in Anspruch genommen.

Insgesamt wurden für die Umfahrung von Schifferstadt 36 Kilometer Schienen, 28.500 Schwellen und 65.000 Tonnen Schotter verbaut. Vier Straßenüberführungen und vier Eisenbahnüberführungen mussten gebaut werden. Auf einer Länge von 2,4 Kilometer wurde die Strecke auf einem bis zu 8 Meter hohen Damm errichtet. Auch für den Schutz der Anwohner vor Lärmbelästigung wurde gesorgt. Insgesamt wurden 7 Kilometer Schallschutzwände neu errichtet. In technischer Sicht ist die Linienverbesserung Schifferstadt gleich mehrfach innovativ. Neben dem Grundwasserschutz durch die Wanne wurden erstmals acht Hydrolink-Weichen eingebaut. Diese Weichen, die eine neuartige, hydraulische Stelleinrichtung haben, werden in diesem Abschnitt als Pilotprojekt getestet.

Mit dem Ausbau der Strecke Ludwigshafen-Saarbrücken soll bis zum Jahr 2012 das Ziel der Vereinbarung von La Rochelle erreicht werden. Mit der Unterzeichnung dieser deutsch-französischen Vereinbarung über die Hochgeschwindigkeitsverbindung POS wurde im Jahr 1992 ein neues Kapitel des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs geschrieben. Zukünftig soll dann der Reisende in nur noch 2 Stunden 52 Minuten von Mannheim nach Paris fahren können. Heute braucht der Eurocity dafür noch 5 Stunden 23. Zwischen Saarbrücken und Ludwigshafen wird sich die Fahrzeit von 84 auf 60 Minuten verringern. Dazu wird die Strecke in mehreren Bauabschnitten für eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgebaut.

Vom grössten Bauwerk bei der Umfahrung Schifferstadt ist eigentlich kaum etwas zu sehen. Fast wirkt es, als ob das Schotterbett an der neuen Umfahrung von Schifferstadt mit einem niedrigen Mäuerchen eingefasst ist. Doch das, was man an der Strecke sehen kann ist nur der obere Rand. Das meiste ist in der Erde verborgen. Hier bei Schifferstadt wurde nicht nur eine neue Eisenbahnstrecke gebaut, sie wurde in eine Wanne gelegt. Auf einer Länge von 700 Metern wurden die Gleise und der Schotter in eine Betonwanne gelegt. 2600 Kubikmeter Beton und 260 Tonnen Stahl wurden dazu verbaut.

Mit der Betonwanne unter den Gleisen gelang es den Ingenieuren der DB ProjektBau, eine Lösung für die in dieser Gegend vorkommenden Grundwasserhochstände zu finden. Wenn dieser Fall eintritt, kann der Zugverkehr weiter aufrecht erhalten werden, das Wasser wird durch die Fahrbahnwanne daran gehindert das Gleis zu unterspülen. Ein eigenes Pumpwerk sorgt dafür, dass bei Regen und gleichzeitigem Grundwasserhochstand die Wanne entwässert werden kann.

DB ProjektBau GmbH
Torsten Sälinger
Stellv. Pressesprecher

Deutsche Bahn AG
Gerd Felser
Sprecher für Hessen,
Rheinland-Pfalz, Saarland

medienbetreuung@bahn.de




Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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