Deutschland muss sich für ein vollständiges Klonverbot der VN einsetzen
10.11.2004, 11:08

Deutschland muss sich für ein vollständiges Klonverbot der VN einsetzen

Forderung des Bundestages war und bleibt klar

10. November 2004: Anlässlich der in dieser Woche fortgesetzten Verhandlungen bei den Vereinten Nationen über ein weltweites Klonverbot erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Maria Böhmer MdB, und der Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Enquete-Kommission Recht und Ethik in der modernen Medizin, Thomas Rachel MdB:

Wir fordern Bundesminister Fischer nachdrücklich und unter Verweis auf den Beschluss des Deutschen Bundestages vom 20. Februar 2003 auf, sicherzustellen, dass sich die deutsche Delegation bei den Vereinten Nationen konsequent für ein Verbot des reproduktiven und des so genannten therapeutischen Klonens einsetzt, äußert und entsprechend handelt.

Nur dies entspricht der deutschen Rechtslage, die eine umfassende Forschung mit adulten Stammzellen und Grundlagenforschung mit embryonalen Stammzellen ermöglicht.

Die Forderung des Bundestages war und bleibt klar. Anzustreben ist eine UN-Konvention, die jede Form des Klonens verbietet. Diese Forderung hat die deutsche Delegation auf Weisung oder mit Billigung des Bundesaußenministers nicht erfüllt.

Nach dem Kenntnisstand des Deutschen Bundestages wurde auch die Forderung, in anderen internationalen Organisationen umfassende Konventionen gegen das Klonen zu initiieren, nicht erfüllt.

Frankreich unterstützt - mit Großbritannien, China, Singapur, Südkorea und wenigen weiteren Staaten - den belgischen Entwurf eines Verbotes nur des reproduktiven Klonens. Wir bedauern diese Entwicklung, die zugleich das Scheitern der von Bundesminister Fischer initiierten deutsch-französischen Initiative bedeutet.

Die Entscheidung der französischen Regierung gibt jedoch der Bundesregierung die Gelegenheit, endlich mit der gebotenen und auch international wahrnehmbaren Klarheit und Entschlossenheit die Beschlusslage des Deutschen Bundestages zu vertreten.

Deshalb wollen wir den Blick nach vorn richten. Deutschlands Interesse ist es, zu einem klaren Signal der Staatengemeinschaft gegen alle Formen des Klonens zu kommen.

Die Lebenswissenschaften bieten große Chancen; wir unterstützen sie ausdrücklich. Aber in der Molekularbiologie, insbesondere der Stammzellforschung, werden wir nach Aussage der maßgeblichen Experten und nach unserer Überzeugung auch ohne Forschungsklonen zu einem Mehr an Erkenntnis und medizinischen Erfolgen gelangen können.

Deutschlands Platz ist bei den weltweit über sechzig Staaten, von Costa Rica bis zu den Vereinigten Staaten von Amerika, die sich für ein umfassendes VN-Klonverbot einsetzen.

Autor(en): Prof. Dr. Maria Böhmer, Thomas Rachel

 

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Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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