KAO Kritische Aufklärung über Organtransplantation
KAO Kritische Aufklärung über Organtransplantation
KAO Kritische Aufklärung über Organtransplantation
Die Kehrseite der Organspende - zum Tag der Organspende am 3. Juni
31.05.2006, 12:03

Bad Bodendorf, 31. Mai 2006 - Beim Werben um Organspende sind die Empfänger im Blickpunkt, denn ihnen soll mit einem fremden Organ geholfen werden. Dabei gerät die Spenderseite aus dem Blickfeld. Die Initiative 'Kritische Aufklärung über Organtransplantation' - KAO - möchte deshalb gerade am 'Tag der Organspende' am 3. Juni das Augenmerk auf die Spender und ihre Angehörigen richten.

Voraussetzung für eine Organentnahme ist der festgestellte 'Hirntod' bei Patienten mit Hirnversagen. Doch bei Hirntod-Diagnosen passieren Fehler, wie es in einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 12.5.2006 berichtet wird. Außerdem haben viele Fachleute nachgewiesen, so unter anderem Wissenschaftler bei der Tagung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom im Februar 2005, dass man das vollständige Hirnversagen nicht feststellen kann und dass der Hirntod nicht der Tod des Menschen ist. Es sind also Sterbende, die man testet und denen man in einer großen Operation die lebenden Organe entnimmt.

Es gibt viele Lebenszeichen bei 'Hirntoten': Das Herz-Kreislauf-System funktioniert weiterhin bei künstlicher Beatmung, es sind noch Bewegungen möglich, einige schwangere Frauen im Hirnversagen konnten ihre Kinder austragen, auf den Einschnitt bei der Operation reagieren viele 'Hirntote' mit ansteigendem Blutdruck.

Wir Eltern von der Initiative KAO haben der Organentnahme bei unseren Kindern zugestimmt im Vertrauen auf die Zusicherung der Ärzte, dass unsere Kinder zu diesem Zeitpunkt tot waren, obwohl sie lebendig aussahen. Aber im Schockzustand konnten wir nicht nachfragen und uns informieren, das Entsetzen über unsere Entscheidung kam erst, als es zu spät war.

Eine Organentnahme bei 'hirntoten' Organspendern bedeutet für sie und ihre Angehörigen, dass sie auf elementare Rechte, das heißt auf eine liebevolle Sterbebegleitung, ein ungeteiltes Sterben und einen ungestörten Abschied, verzichten müssen. Darum muss der ethische Grundkonflikt zwischen dem Recht eines Sterbenden auf Schutz einerseits und dem Überlebenswunsch von Schwerkranken andererseits in aller Klarheit offen gelegt werden. Erst dann können Menschen, die wie wir plötzlich mit der Frage nach Organspende konfrontiert werden, eine bewusste Entscheidung für oder gegen Organentnahme treffen. Dann werden potenzielle Spender und ihre Angehörigen vor dem Leid geschützt, das ihnen durch eine uninformierte Zustimmung geschieht.

In der Ärztezeitung vom 15. Mai 2006 fordern Experten aus Recht, Medizin, Ökonomie und Soziologie die 'postmortale' Organspende als Regelfall, außer bei vorliegendem schriftlichem Widerspruch. Dahinter steht die Erwartung, dass nur wenige Menschen Widerspruch einlegen werden und sich dadurch die Zahl der (unfreiwilligen) Spender erhöhen wird.

Doch massive Eingriffe in den Sterbeprozess und in den endgültigen Abschied, ohne die Menschen darüber aufzuklären oder - ohne sie zu fragen - sogar von ihrer stillschweigenden Zustimmung auszugehen, sind undemokratisch und verletzen die Würde aller daran Beteiligten.

Weitere Informationen unter www.initiative-kao.de

Bericht über die Tagung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom 2005 zu den 'Zeichen des Todes' beim 'Hirntod' : 'Der Hirntod ist nicht der Tod' abrufbar unter
http://www.initiative-kao.de/der_hirntod_ist_nicht_der_tod.htm

 

Pressekontakt:

Initiative Kritische Aufklärung Organtransplantation KAO
Jürgen und Gisela Meyer
Rosenstr. 55
53489 Bad Bodendorf
Tel.: 0 26 42/4 16 79




Bremen - Veröffentlicht von pressrelations


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