Freie Demokratische Partei (FDP)
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Deutschland braucht Öffnung bei der Stammzellforschung
09.05.2007, 16:42
PINKWART: Deutschland braucht Öffnung bei der Stammzellforschung (09.05.2007)
 
Berlin. Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und NRW-Innovationsminister, PROF. ANDREAS PINKWART, gab heute von New York aus dem RBB-InfoRadio ein Interview. Die Fragen stellte DIETMAR RINGEL. In dem Interview beantwortete PROF. PINKWART u. a. folgende Fragen:
 
Frage: Herr PINKWART, braucht man mittlerweile wirklich noch die Stammzellen von Embryonen für die Forschung? Ist nicht fast alles schon mit den Stammzellen von Erwachsenen möglich?
 
PINKWART: Uns haben hier in den USA die führenden Stammzellforscher gesagt, dass das nicht möglich ist, um die Antworten zu geben, die wir brauchen. Man kann das vergleichen mit einem Buch, das mehrere Kapitel umfasst, und wenn man es insgesamt verstehen will, dann muss man auch die einzelnen Kapitel lesen können. Übertragen heißt das: Das ist nur möglich, wenn auch die embryonale Stammzellforschung zugelassen ist. Deswegen spricht sich ja auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft dafür aus, dass wir diese Öffnung bekommen. Und wir müssen sehen, dass wir nicht von der europäischen und internationalen Forschung abgehängt werden. Hinzu kommt, dass hier in Europa auch mit deutschen Steuermitteln eine solche Forschung zulässig ist, an der unsere nationalen Wissenschaftler aber nicht teilhaben können. Wenn sie kooperieren mit europäischen Kollegen, dann laufen sie Gefahr, sich strafbar zu machen. Ich denke, hier ist gerade, um im Bereich der Grundlagenforschung einen Fortschritt zu bekommen, eine Öffnung notwendig.
 
Frage: Die Stichtagsregelung … ist vor allem in Kraft getreten, um eine neue Nachfrage zu stoppen. Wenn man jetzt die Grenze verschiebt, dann sagen Kritiker, dann bricht der Damm. Können Sie diese Kritik verstehen?
 
PINKWART: Ich glaube, dass man eine solche Kritik im Hinblick auf die Möglichkeiten, die wir hier haben, und auf die Perspektive des Heilens, die damit verbunden ist, so nicht stehen lassen sollte. Ich denke, dass wir hier zu einer deutlichen Öffnung kommen sollten. Es gibt ja auch - etwa von der EKD - die bedeutsame Überlegung, den Stichtag etwa auf 2006 deutlich nach vorne zu verlegen. Das würde sicherlich ein erster Schritt sein können, damit deutsche Wissenschaftler auch an Stammzell-Linien arbeiten können, die nicht verunreinigt und auf einem neueren Stand sind. Und wir kämen dann zu vergleichbaren Ergebnissen wie in anderen Ländern. Hinzu käme, dass dann diese Kooperation mit dem Ausland eben nicht mehr strafbewehrt ist. Wenn wir beides hätten, wäre das ein deutlicher Fortschritt. Natürlich könnte man darüber hinaus darüber nachdenken, die Stichtagsregelung gänzlich aufzuheben. Das ist ja eine Position, die die FDP seit langem vertritt, weil wir der Meinung sind, dass es bei uns am Standort gleiche Bedingungen für die Forschung geben sollte wie eben in Großbritannien und Amerika.
 
 



Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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