Hessische Landesregierung
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Hessischer Kulturpreis 2008 geht an Landes Jugend Jazz Orchester, Kasseler Kindertheaterbüroo und Gießener Mathematikum
18.01.2008, 12:13
Hessischer Kulturpreis 2008 geht an Landes Jugend Jazz Orchester, Kasseler Kindertheaterbüroo und Gießener Mathematikum
 
Preisverleihung am 15. April im Staatstheater Wiesbaden
 
Der Hessische Kulturpreis geht in diesem Jahr an das Landes Jugend Jazz Orchester, an das Kasseler Kindertheaterbürooo und an das Gießener Mathematikum. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 15. April 2008 im Staatstheater Wiesbaden statt.
 
Zur Jury-Entscheidung erklärte der Hessische Ministerpräsident Roland Koch: „Kultur für Kinder und Jugendliche erlebbar und erfahrbar machen - das steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Würdigung durch den Hessischen Kulturpreis. Dabei geht es nicht nur darum, Kinder an Kultur im weitesten Sinne heranzuführen und mit ihr in Berührung zu bringen, sondern sie ganz konkret am kulturellen Wirken zu beteiligen und sie damit auch zu einem in der breiten Öffentlichkeit wahrnehmbaren Interpreten und kreativen Schöpfer von Kultur zu machen“, sagte der Ministerpräsident.
 
Der Hessische Kulturpreis 2008 ehrt drei Institutionen, die sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise der Vermittlung von Kultur und ihrer Teilhabe gewidmet haben und dabei auch drei sehr unterschiedliche Genres - unter einem breit angelegten Kulturbegriff zusammengefasst - repräsentieren. „Mit dem Landes Jugend Jazz Orchester und seinem Initiator, dem langjährigen Musikalischen Leiter Wolfgang Diefenbach, ehren wir eine seit mittlerweile mehr als 20 Jahren fest etablierte Vereinigung von Nachwuchsmusikern, die sich durch ihre Arbeit auf hohem Niveau weit über die Landesgrenzen - auch international - einen Namen gemacht hat“, so Koch. „Das Kindertheaterbürooo zeichnet sich durch liebevolle und altersgerechte Theaterinszenierungen aus, die selbst Erwachsene faszinieren. Aus der nordhessischen Kindertheaterszene sind die Aufführungen von Stefan Becker und Günter Staniewski nicht mehr wegzudenken“, sagte der Ministerpräsident. Das Gießener Mathematikum und sein Gründungsdirektor, Professor Albrecht Beutelspacher, wiederum machen seit gut fünf Jahren die Naturwissenschaft in ihren Anwendungen als eine Kulturwissenschaft unserer Zivilisation für eine breite Öffentlichkeit erlebbar und engagiere sich dabei insbesondere in der Kinder-Museumspädagogik, lobte die Jury.
 
Der Jury des Hessischen Kulturpreises gehören neben Ministerpräsident Roland Koch und dem Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, die folgenden Persönlichkeiten an: Dr. Ina Busch, Direktorin des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, Carsten Dufner, Leiter E-Musik, Hessischer Rundfunk, Professor Peter Eschberg, ehemaliger Intendant von Schauspiel Frankfurt, der Mediziner Professor Dr. Manfred Kaufmann, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Architekt Professor Jochem Jourdan, Universität Kassel, Bernd Loebe, Intendant der Oper Frankfurt, der Anglist und Sprachwissenschaftler Professor Dr. Klaus Reichert, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Hellmut Seemann, Präsident der Stiftung Weimarer Klassik, Dr. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Dirk Schwarze, langjähriger Autor für Kultur und Sonderthemen der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen Kassel.
 
DIE PREISTRÄGER Das Landes Jugend Jazz Orchester Hessen
 
Das Landes Jugend Jazz Orchester (LJJO) vereint junge Jazzmusiker, die sich zwei Mal im Jahr zu einer einwöchigen Arbeitsphase treffen. Unter der Leitung namhafter Dozenten werden neue - häufig exklusiv für diese Big Band geschriebene - Arrangements einstudiert. Daneben gehören vor allem Jazzstandards Duke Ellington und Count Basie zum Repertoire. Gespielt wird in der traditionellen Big Band-Besetzung mit einem Bläsersatz aus fünf Trompeten, vier Posaunen und fünf Saxophonen sowie der mit vier bis fünf Musikern besetzten Rhythmusgruppe. Das musikalische Niveau ist in den vergangenen 20 Jahren durch viele erfolgreiche Konzertreisen, Auftritte und professionelle Studio-Produktionen, zum Teil mit international bekannten Solisten kontinuierlich gesteigert worden. Gleich mit der ersten CD „Kicks and Sticks“ gewann das LJJO den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
 
Das Landes Jugend Jazz Orchester Hessen ist 1985 von Dirigent Wolfgang Diefenbach, der auch heute noch musikalischer Leiter ist, gegründet worden, um hochbegabten Nachwuchsmusikern eine Plattform zur Weiterentwicklung ihres musikalischen Könnens und ihrer musikalischen Ausbildung zu bieten. Insbesondere Zusammenspiel und Satzarbeit in einer Orchesterformation stehen dabei im Mittelpunkt. Viele junge Jazzmusiker haben sich seitdem um eine Aufnahme zur Ausbildung für eine professionelle Big Band-Musik beworben. Die Finanzierung der künstlerisch überaus wertvollen Nachwuchsarbeit erfolgt durch einen Förderverein, Honorarauftritte und eine finanzielle Unterstützung des Landes Hessen. Schirmherr ist der Hessische Ministerpräsident. Das LJJO zählt heute zu den besten Jugendjazzorchestern Europas und war bereits für über 400 junge Talente Sprungbrett zu einer Musikerkarriere.
 
Das Landes Jugend Jazz Orchester hat sich durch seine herausragende Arbeit weit über die Landesgrenzen und auch international einen Namen gemacht. Es hat sich so zu einem populären und verlässlichen Kulturbotschafter Deutschlands und zu einem Aushängeschild des Landes Hessen entwickelt. Zu den Meilensteinen der Bandgeschichte gehören die weltweiten Tourerfolge nach Ostafrika, Ungarn, Australien, Rumänien, Süd-Ost-Asien, Südamerika, Polen, Kanada, Russland und Japan. Absoluter Höhepunkt war ein Auftritt vor 80.000 Zuschauern beim Sydney Domain Park Jazz Festival und beim Montsalvat Festival, bei dem Nat Adderley so begeistert von der Band war, dass er spontan mitspielte. Präsident des LJJO ist seit 2005 - als Nachfolger des legendären Albert Mangelsdorff - Jiggs Whigham, einer der führenden Jazz-Posaunisten.
 
Kindertheaterbürooo Kassel
 
Das Kindertheaterbürooo Kassel ist ein Zusammenschluss von freien Kinder- und Jugendtheatern in Kassel: Stefan Beckers Spielraum-Theater und „Laku Paka“ von Günter Staniewski. Beide Theater faszinieren dadurch, dass ihre auf bestimmte Altersgruppen ausgerichteten Inszenierungen - zum Teil schon für Kinder ab 3 Jahren - auch Erwachsene in ihren Bann ziehen.
 
Stefan Becker und Güter Staniewski schreiben ihre Texte in der Regel selbst, führen Regie und sind meist auch die Hauptdarsteller ihrer Stücke. Ihre Stücke knüpfen oft bei vertrauten Stoffen an, holen Kinder in ihrer realen Alltagswelt ab und setzen dabei gleichermaßen auf Spannung, Humor und neue Erkenntnisse. Sie kommen mit kleinsten Bühnen und nur wenigen Requisiten aus, zaubern aber wieder Illusionen. So beherrschen mal die menschlichen Figuren die Szenerie, dann übernimmt ein Märchenkoffer die Hauptrolle, oder Schattenspiele faszinieren das Publikum.
 
Beide Theater treten hauptsächlich in Kassel und Nordhessen auf. Vor allem in den Jahren, in denen das Staatstheater nur einmal im Jahr ein Kinderstück anbot, haben die beiden kleinen Bühnen wesentlich dazu beigetragen, Kinder und Jugendliche für das Theaterspiel zu gewinnen - und das nicht nur in ihren eigenen Aufführungen, sondern auch in Theaterkursen. 2005 hat Stefan Becker in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Staatstheater ein europäisches Theaterfestival organisiert. Und beide Bühnen haben sich auf Gastspieltourneen deutschlandweit und international Anerkennung verschafft.
 
Das Spielraumtheater von Stefan Becker hat darüber hinaus bei der Expo 2000 in Hannover den hessischen Beitrag im deutschen Pavillon mit gestaltet. Im Mittelpunkt der Inszenierungen stehen dabei häufig Märchen der Brüder Grimm, die lange Zeit in Kassel gelebt und hier ihre Kinder- und Hausmärchen aufgeschrieben haben. 2003 hat Stefan Becker bei den Hessischen Kinder- und Jugendtheatertagen in Marburg den Theaterpreis erhalten.
 
Günter Staniewski war mit seinem 1983 gegründeten Theater „Laku Paka“ international auf zahlreichen Theaterfestivals vertreten. Mehrfach wurde er bereits ausgezeichnet, so unter anderem beim Internationalen Schattentheaterfestival 2006 in Schwäbisch Gmünd.
 
Mathematikum Gießen
 
Das Mathematikum Gießen ist nach eigenen Angaben das erste mathematische Mitmach-Museum der Welt. Über 120 Exponate öffnen hier eine neue Tür zur Mathematik. Besucher jeden Alters und jeder Vorbildung können hier experimentieren: Sie legen Puzzles, bauen Brücken, zerbrechen sich den Kopf bei Knobelspielen, entdecken an sich selbst den goldenen Schnitt, schauen einem Kugelwettrennen zu, stehen in einer Riesenseifenhaut und vieles mehr. Und die Betreuerinnen oder Betreuer geben auch schon mal einen Tipp, wie die Besucher aus kniffligen Situationen herausfinden.
 
Neu eröffnet hat vor kurzem das „Mini-Mathematikum“ - der Ausstellungsbereich speziell für die Kleinsten. Vier- bis Achtjährige können hier vielfältiger Weise die Grundthemen der Mathematik „Zahlen“, „Formen“ und „Muster“ erfahren. Diese mathematische Spielwiese funktioniert genauso wie das „große“ Mathematikum, jedoch sind die Exponate speziell auf die Bedürfnisse unserer jüngsten Besucher abgestimmt. Am Knobeltisch kann man zum Beispiel versuchen aus zwei Teilen einen Würfel zusammenzubauen oder bunt gefärbte Quadrate richtig anzuordnen. Man kann erfahren, wie oft das eigene Herz in der Minute schlägt und wie oft es am Tag schon geschlagen hat. Außerdem kann man sich im Spiegelhäuschen unendliche Male von allen Seiten betrachten oder erstaunt feststellen, dass der direkte Weg nicht immer der schnellste ist. Viele weitere spannende mathematische Experimente warten hier auf die Kinder. Das Mini-Mathematikum ist ein Projekt im Rahmen des Jahres der Mathematik 2008.
 
Die Geschichte des Mathematikums begann 1994 mit einer von dem Mathematik-Professor Albrecht Beutelspacher initiierten Ausstellung über „Mathematik zum Anfassen“. Schon hierbei war ein Klassiker der künftigen Ausstellung - der „Tetraeder im Würfel“ - zu sehen. 1996 wurde eine zweite Ausstellung in Gießen gezeigt, bei der die Idee zu einem Museum für Mathematik aufkam. Zur Jahreswende 2000/2001 wurde die Idee schließlich konkret: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst stellte rund ½ Mio. D-Mark für den Umbau des Mathematikums zur Verfügung. Im Februar 2002 erfolgte der erste Spatenstich, das Mathematikum - Museum für Mathematik - wurde schließlich im November von Bundespräsident Johannes Rau eröffnet.
 
Seit seiner Eröffnung ist das Mathematikum zu einem echten Besuchermagneten geworden, der jährlich über 150.000 Besucher anzieht. Von Besuchen von Schulklassen über Geburtstagsfeiern und Betriebsausflüge bis zum idealen Ort für einen Familienausflug beweist das täglich geöffnete Mathematikum seine Attraktion.
 
 
Pressestelle: Staatskanzlei
Pressesprecher: Staatssekretär Dirk Metz, Sprecher der Landesregierung
Telefon: (0611) 32 39 18, Fax: (0611) 32 38 00
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Wiesbaden - Veröffentlicht von pressrelations


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