Bündnis 90/Die Grünen
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Bahnhof mit Köpfchen statt Stuttgart 21
02.02.2010, 15:03
Zum heutigen Baustart von Stuttgart 21 erklärt Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Der heute groß zelebrierte Baubeginn ist eine verzweifelte Trockenschwimmübung der Betonköpfe, die immer noch an eine Zukunft dieses irrsinnigen Projekts glauben, obwohl die Mehrheit der Stuttgarterinnen und Stuttgarter klar dagegen ist. Festhalten an den Fehlern der Vergangenheit, statt mit Köpfchen den Verkehr von morgen gestalten, ist offenbar ihre Devise. Mit dem sturen Beharren auf Stuttgart 21 haben sich weder der frühere noch der aktuelle Bahnchef als besonders lernfähig erwiesen.

Die heutige Start-Show kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Stuttgart einen massiven Widerstand gegen das unsinnige Prestigeprojekt gibt, der in den kommenden Wochen weiter wachsen wird. Angesichts dieses öffentlichen Widerstands ist es alles andere als sicher, dass die Tunnelbohrmaschinen überhaupt jemals anrücken werden oder der Seitenflügel des Hauptbahnhofs tatsächlich abgerissen wird. Ein Projekt dieser Dimension über die Köpfe der Bevölkerung hinweg durchzuziehen, wäre zutiefst undemokratisch.

Die Befürworter offenbaren ein Höchstmaß an Ignoranz und Egoismus, wenn sie angesichts früherer Erfahrungen bei Projekten dieser Dimension ausgerechnet bei Stuttgart 21 exorbitante Kostensteigerungen kategorisch ausschließen. Zahlreiche Experten weisen darauf hin, dass es nie und nimmer bei 4 Milliarden Euro bleiben wird. Diese Zahl hat keine wirtschaftliche Grundlage, sie ist de facto politisch gewollt, um das Projekt auf Gedeih und Verderben durchzuziehen. Stuttgart 21 ist kein Zukunftsprojekt, sondern ein Milliardengrab, das andere wichtige und wesentlich sinnvollere Verkehrsprojekte wie etwa die Rheintalbahn angesichts fehlender Mittel mit in den Abgrund ziehen wird.

Auch die Spende der Firma Herrenknecht, zufällig Hersteller von Tunnelbohrmaschinen, an die CDU in Höhe von 70.000 Euro wirft Fragen auf. Die CDU ist jedenfalls gut beraten, den Hintergrund dieser Spende der Öffentlichkeit glaubhaft zu erklären.“


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Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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