KAO Kritische Aufklärung über Organtransplantation
KAO Kritische Aufklärung über Organtransplantation
KAO Kritische Aufklärung über Organtransplantation
Organspende-Neuregelung: Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO) gibt wichtige Hinweise zum Umgang mit der Entscheidungslösung
05.11.2012, 11:55
Anlässlich der Einführung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz am 1. November hat der Verein „KAO - Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.“ wichtige Hinweise zum Umgang damit in einem Merkblatt zusammengestellt. Ziel der Neuregelung ist eine Steigerung der Organspendezahlen. Ab sofort sollen die Krankenkassen daher alle Versicherten ab 16 Jahren anschreiben und dazu auffordern, eine Entscheidung für oder gegen eine Organentnahme nach dem Hirntod zu treffen und zu dokumentieren.

In seinem Merkblatt „Organspende: Wie gehe ich mit der Entscheidungslösung um?“, abrufbar auf der Webseite http://www.initiative-kao.de in der Rubrik Aktuelles, weist der Verein darauf hin, dass es keinen Zwang zur Entscheidung gibt. Das heißt, dass man das Schreiben der Krankenkassen auch ignorieren kann. Weiter gibt es Hinweise, was man beachten sollte, wenn man eine Organentnahme ablehnt. Dabei werden besonders auch diejenigen angesprochen, die keine Angehörigen haben und sich gegen eine Organentnahme schützen wollen. Auch wenn man einer Organspende zustimmen möchte, sollte man bestimmte Bedingungen stellen, z.B. auf einer Vollnarkose bestehen und darauf, dass Angehörige später die Akten einsehen sollen, rät KAO. Außerdem kann man eine klinische Hirntodfeststellung ausschließen, da dieser Test bei nicht hirntoten Patienten Schädigungen des Gehirns zur Folge haben kann, und stattdessen apparative Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren fordern.

KAO fordert die Krankenkassen zu umfassender und ehrlicher Aufklärung auf

In diesem Zusammenhang weisen die Organspendekritiker auf die Problematik der Hirntoddefinition hin. „Organe von Toten können nicht transplantiert werden, daher wurde der Todeszeitpunkt medizinisch und juristisch vorverlegt und als „Hirntod“ bezeichnet, um lebende Organe transplantieren zu können. Dies bedeutet, dass Patienten, denen Organe entnommen werden sollen, bis zum Ende der Organentnahme beatmet werden, dass sie warm und durchblutet sind. In der internationalen Fachdiskussion wird der Hirntod schon länger nicht mehr als der Tod des Menschen angesehen, sondern als eine Phase im Sterbeprozess“, erklärt Renate Focke, erste Vorsitzende von KAO, einem Verein, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen.

„Es wird zudem bislang verschwiegen, dass die Hirntoddiagnostik ohne Einwilligung des Patienten vorgenommen wird und diese Untersuchung den Patienten starken Schmerzreizen aussetzt. Auch muss der Organspender auf ein geschütztes Sterben und Sterbebegleitung durch seine Familie verzichten. Stattdessen wird er durch Medikamente ruhig gestellt, nach dem Aufschneiden des Körpers weiterhin beatmet und verstirbt erst durch medizinisches Handeln während der Organentnahme. Dies sollten alle wissen, die sich für eine Organspende nach festgestelltem Hirntod entscheiden“, so Focke. Denn in den offiziellen Organspendeausweisen steht nach wie vor: „Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen, Gewebe in Frage kommt...“. Auch fehlt in der Regel eine umfassende Information über die Tragweite der Gewebespenden (z.B. Knochen, Augen, Speiseröhre) und deren kommerzielle Verarbeitung zu Arzneimitteln.

Angesichts der bisherigen einseitigen Werbung pro Organspende von Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) fordert der Verein KAO zudem die Krankenkassen dazu auf, sich an den Wortlaut des geänderten Transplantationsgesetzes zu halten. Dieses fordert explizit unter § 2: „Die Aufklärung hat die gesamte Tragweite der Entscheidung zu umfassen und muss ergebnisoffen sein.“ Wird diese Forderung nicht eingehalten, wäre dies eine arglistige Täuschung der Kassen gegenüber ihren Versicherten, gibt KAO zu bedenken.

Über den Verein 'KAO - Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.'

Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. ist ein Verein, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen. “Erst nachdem unsere Kinder beerdigt waren, haben wir begriffen, wozu wir ja gesagt hatten. Wir haben begriffen, dass lebende Organe nicht von Menschen entnommen werden können, die so tot sind, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir haben unsere Entscheidung daher bitter bereut. Durch unsere Zustimmung waren unsere Kinder in ihrem Sterbeprozess, in dem sie unserer besonderen Liebe bedurften, ungeschützt alleingelassen und einer Organentnahme überantwortet, die uns hinterher wie das Ausschlachten eines Autowracks erschien.

Wir wollen deshalb durch Aufklärung andere Menschen davor bewahren, unvollständig informiert vorschnell einer Organentnahme zuzustimmen - sei es bei sich selbst oder Angehörigen.“

Umfassende kritische Informationen zum Thema Organspende, Lebendspende, Transplantation und Hirntod bietet auch die InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland, mit der KAO zusammenarbeitet, unter http://www.organspende-aufklaerung.de/


Pressekontakt:

Renate Focke, 1. Vorsitzende KAO
Ricarda-Huch-Str. 13
28215 Bremen
Deutschland

Tel: 0421-6734305
Email: presse@initiative-kao.de
Internet: http://www.initiative-kao.de


Bremen - Veröffentlicht von pressrelations


Druckversion
PDF
© 2017 pressrelations GmbH - Impressum | AGB
YouTube
Twitter
Facebook
pressrelations auf