Allgemeiner Deutscher Automobil Club (ADAC)
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Schlendrian am Bau bringt langen Stau
18.05.2010, 12:10
Autobahnbau
ADAC fordert mehr Effizienz bei Baufinanzierung und -management

Im Jahr 2009 summierte sich die Zahl der gemeldeten Staus auf 350 000 Kilometer. Dies zeigt nach Ansicht des ADAC eindringlich, dass - trotz des krisenbedingten Rückgangs des Straßengüterverkehrs - die Autobahnen in Deutschland dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen sind. Der Substanzverzehr des Fernstraßennetzes wird immer größer und Baustellen sorgen für weitere Engpässe. Ein Drittel der Stauzeiten ist auf Baustellen zurückzuführen. Der ADAC fordert jetzt erneut ein strafferes und effizienteres Baustellenmanagement sowie die schnellere Umsetzung der wichtigsten Neu- und Ausbauvorhaben der Autobahnen.
„Ich kann die Wut derjenigen Autofahrer nachvollziehen, die wegen einer Baustelle im Stau stehen wo statt Bautätigkeit nur Schlendrian erkennbar ist“, so Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr. „Ziel muss es sein, die Dauer der Baustellen zu verkürzen um die Zahl der Staus zu reduzieren.“ Nach Informationen des Clubs beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit auf deutschen Autobahnbaustellen 55 Stunden - 80 wären bei voller Ausnutzung der Tageshelligkeit und bei einer 6-Tage-Woche zwischen April und Oktober möglich. Laut ADAC sollte zudem an besonders stauanfälligen Strecken nachts und an Wochenenden gearbeitet werden. Zudem könnten Bauabläufe besser koordiniert und getaktet werden müssen. Gefordert sind dabei die Bundesländer. Vor der Vergabe der Bauaufträge muss die Bauzeitverkürzung in die Angebotsbewertung einfließen. Beschleunigungsanreize sollten durch eine Bonus-Malus-Regelung gesetzt werden.
Die hohe Zahl der Staus ist nach Meinung des ADAC der Beweis für dramatische Kapazitätsengpässe im Autobahnnetz. Um den stark zunehmenden Verkehr bewältigen zu können, müssen daher zusätzlich zu den voraussichtlich bis 2015 ausgebauten Strecken dringend weitere 1 000 Kilometer Autobahn erweitert werden. Bis 2008 waren laut ADAC nicht einmal ein Viertel der wichtigsten Projekte realisiert. ADAC-Vizepräsident Becker: „Die Halbzeitbilanz des Bundesverkehrswegeplans ist erschreckend. Ausgerechnet die zur Stauvermeidung dringend gebotene Kapazitätserweiterung hängt deutlich hinter dem Plan zurück.“
Große Bedeutung kommt nach Ansicht des ADAC einer effizienteren Strategie zur Verwendung der vorhandenen Finanzmittel zu. Der Club plädiert dafür, einen deutlichen Investitionsschwerpunkt auf den Ausbau besonders wichtiger Straßen zu setzen. Erforderlich ist ein Programm, in dem Gelder zweckgebunden und dauerhaft vom Bund bereitgestellt werden.


Rückfragen:
Andreas Hölzel
089/7676-5387


München - Veröffentlicht von pressrelations


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