Deutsche Bahn AG
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Start der Hochtastfahrten: Mit 330 Stundenkilometern zwischen Nürnberg und Ingolstadt
01.12.2005, 16:42

Start der Hochtastfahrten: Mit 330 Stundenkilometern zwischen Nürnberg und Ingolstadt

Countdown: neue Inbetriebnahmephase angelaufen / Ein Kraftpaket auf Schienen: ICE-S im Einsatz

(Nürnberg/Ingolstadt, 1. Dezember 2005) Auf Bayerns neuer Bahnmagistrale Nürnberg - Ingolstadt starteten heute Vormittag die so genannten 'Hochtastfahrten'. Damit wurde eine neue Inbetriebnahmephase eingeleitet. Seit den Morgenstunden ist auf der Neubaustrecke ein wahres Kraftpaket auf den Schienen unterwegs: der ICE-S ('S' steht für Schnellfahrten). Er besteht aus zwei Hochleistungstriebköpfen und Mittelwagen, die mit modernster Messtechnik ausgestattet sind. Schrittweise tastet sich der ICE-S der DB Systemtechnik auf der 89 Kilometer langen Neubaustrecke auf eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h hoch.

Bevor der erste fahrplanmäßige Zug am 28. Mai 2006 mit Tempo 300 zwischen Nürnberg und Ingolstadt auf die Strecke gehen kann, unternimmt die Deutsche Bahn Tests an den Gleisen und an der Oberleitung gemäß den gültigen Richtlinien der Deutschen Bahn AG und der TSI (technische Spezifikation für die Interoperabilität der Teilsysteme).

Jetzt sind die Ingenieure der DB Systemtechnik gefragt. Sie fahren ein umfangreiches Testprogramm und 'tasten' sich konsequent in Richtung Höchstgeschwindigkeit heran. Diese Tests sind Bestandteil des vom Eisenbahnbundesamtes (EBA) und der europäischen Aufsichtsbehörde EBC (Eisenbahn-Cert) geregelten Zulassungsverfahrens. Bei den Hochtastfahrten wird die Geschwindigkeit stufenweise bis hin zur vorgeschriebenen Streckenhöchstgeschwindigkeit (300 Stundenkilometer) gesteigert. Doch damit nicht genug. Im Rahmen der fahrtechnischen Freigabe und um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten muss der Messzug um zehn Prozent schneller als die vorgesehene fahrplanmäßige Höchstgeschwindigkeit fahren. Im Rahmen des Prüfprogramms Hochtastfahrten werden das Laufverhalten des Fahrzeuges sowie das Zusammenwirken von Stromabnehmer und Oberleitung vorschriftsmäßig geprüft. In der Zeit vom 1. Dezember bis 10. Dezember tastet sich der ICE-S als Kurzzug mit nur einem Mittelwagen und vom 12. Dezember bis 18. Dezember als Langzug mit sechs Mittelwagen an die magische Geschwindigkeitsmarke von 330 Stundenkilometern heran.

Für die Überprüfung der Oberleitung ist der ICE-S mit einem speziellen Messstromabnehmer ausgerüstet. Dieser Stromabnehmer ist mit vier Kraftsensoren an den Schleifleisten und einer Höhenmesseinrichtung ausgestattet. Diese Einrichtung überprüft während der Hochgeschwindigkeitsfahrt die Kontaktkraft, den Fahrdrahtverlauf sowie die Höhenlage des Fahrdrahts. Eine Videokamera zeichnet das Verhalten Zusammenspiel von Fahrdraht und Stromabnehmer auf und überträgt die Bilder direkt in den Messwagen.

Überprüfung des Oberbaus

Parallel dazu wird das Laufverhalten des Fahrzeugs überwacht. Das geschieht mit Hilfe von vier Messradsätzen. Sie messen die zwischen Rad und Schiene auftretenden Kräfte. Spezielle Sensoren zeichnen zusätzlich die Beschleunigungen am Fahrwerk und im Wagenkasten auf. Jede vom Normalmaß abweichende Fahrzeugreaktion auf dem Gleis wird genauestens registriert und dank digitaler Übertragungstechnik direkt im Zug ausgewertet.

Der ICE-S in Zahlen

Zugkraft: 13.000 PS
Antriebsleistung: 4,8 MegaWatt je Triebkopf
Triebköpfe: 2 Triebköpfe aus der ICE 2-Serie
Kurzzug: 1 Mittelwagen aus der ICE 1-Serie
Langzug: 6 Mittelwagen aus der ICE 1-Serie
Gesamtgewicht Kurzzug: 211 Tonnen (entspricht etwa 40 Elefanten)
Beschleunigung von 0 auf 300 km/h: 6 Kilometer
Zahl der Messradsätze: 4
Zahl der Stromabnehmer: 2 (davon ein Messstromabnehmer)
Zahl der Dach-Kameras: 2

 

Deutsche Bahn AG Kommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin
Verantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg




Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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