Das Saarland hat jetzt drei Eintausender - 'Lohe' ist mit fast 1600 Hektar größtes Naturschutzgebiet im Saarland
19.04.2004, 16:02

Das Saarland hat jetzt drei Eintausender - 'Lohe' ist mit fast 1600 Hektar größtes Naturschutzgebiet im Saarland

1575 Hektar ökologisch wertvolle Muschelkalkhänge im Bliesgau sind jetzt durch die Veröffentlichung der Schutzgebietsverordnung im Amtsblatt des Saarlandes Naturschutzgebiet (NSG) geworden. Damit ist das NSG 'Südlicher Bliesgau/Auf der Lohe' das mit Abstand größte Naturschutzgebiet des Saarlandes.

'Damit haben wir jetzt drei Eintausender im Saarland', so Umweltminister Stefan Mörsdorf. Will heißen: Mit 'der Lohe' gibt es jetzt drei Naturschutzgebiete im Land, die größer als 1000 Hektar sind. Neben dem Lohe-Gebiet sind dies das Waldschutzgebiet Steinbach- und Netzbachtal bei Saarbrücken (1011 ha, Ausweisung im März 2002) und das Naturschutzgebiet Täler der Ill und ihrer Nebenbäche (1045 ha, Ausweisung im November 2002). Das 1575 Hektar große, jüngste Naturschutzgebiet im Bliesgau umfasst die Muschelkalkhänge, die sich von Ballweiler oberhalb Wolfersheim, Rubenheim, Gersheim, Reinheim und Habkirchen bis nach Bliesmengen-Bolchen erstrecken. 'Dieses Gebiet mit seinen orchideenreichen Kalk-Halbtrockenrasen kann man mit Fug und Recht als Teil des nationalen Naturerbes der Bundesrepublik Deutschland bezeichnen', betont Mörsdorf. Der Name dieses großen Schutzgebietes ist 'Südlicher Bliesgau/Auf der Lohe' und nimmt damit Bezug auf das zugrundeliegende Naturschutz-Projekt des Zweckverbandes Saar Bliesgau/Auf der Lohe; eine von Bund und Land geförderte Maßnahme zur Biotopsicherung und -pflege. Damit hat das Saarland jetzt 108 Naturschutzgebiete, die zusammen eine Fläche von 8500 Hektar einnehmen. Das entspricht 3,3 Prozent der Landesfläche.

Jeder der drei 'Eintausender' repräsentiert einen ganz eigenen Schutzgebietstyp: Im Stein- und Netzbachtal bei Saarbrücken (Urwald vor den Toren der Stadt) ist dies ein Buchen-Mischwald auf Karbon in weitestgehend ungestörter natürlicher Entwicklung. Bei der Ill und ihren Nebenbächen geht es um ein verzweigtes Bachsystem, in dem sich naturnahe Bachabschnitte mit genutzter Kulturlandschaft durchdringen. Im Zuge des Renaturierungs-Projektes hat diese teilweise sehr intensiv genutzte Landschaft eine beachtliche Aufwertung erfahren. Im Bliesgau schließlich wird eine alte Kulturlandschaft auf Muschelkalk geschützt, deren Ausprägung und Wert einer über Generationen kontinuierlich an der bäuerlichen Tradition ausgerichteten Bewirtschaftung zu verdanken ist. 'Gemeinsam ist diesen drei großen und bedeutenden Naturschutzgebieten, dass sie aus Projekten hervorgegangen sind, deren Wurzeln auf die engagierte Arbeit ehrenamtlicher Naturschützer - vor allem aus dem Kreis des Naturschutzbund des NABU - zurück reichen', so Umweltminister Stefan Mörsdorf. 'Von daher ist der Schutz dieser großen Gebiete als Naturschutzgebiete auch ein Stück weit Anerkennung und Würdigung ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz.' Im Rahmen dieser Projekte sei durch die Zweckverbände Auf der Lohe und Illrenaturierung und die Urwald-Lenkungsgruppe eine vorbildliche Koordinationsarbeit geleistet worden, so das Umweltministerium. Zu dem neuen Schutzgebiet 'Südlicher Bliesgau/Auf der Lohe' ist wegen der großen ökologischen Bedeutung dieses Naturschutzgebietes eine eigene Broschüre erschienen. Sie kann beim Ministerium für Umwelt per E-Mail (info@umwelt.saarland.de), per Post (Keplerstraße 18, 66117 Saarbrücken) oder unter der Telefonnummer 06 81/5 01-47 18 angefordert werden.

Hintergrundinformationen: Bezüglich der Flächenausdehnung der Naturschutzgebiete ist nach 20 Jahren kontinuierlicher Ausweisungsarbeit des Ministeriums für Umwelt ein Stand erreicht, von dem damals nur geträumt werden konnte. Das Saarland hat so die rote Laterne in der NSG-Statistik deutscher Bundesländer abgegeben und sich einen guten Mittelfeldplatz erarbeitet - und das, ohne über ausgedehnte Wattenmeere oder unzugängliche Hochgebirgszonen zu verfügen, die vergleichsweise einfach als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden können. Die Zukunftsaufgabe wird sich jetzt auf die Unterhaltung und Pflege dieses Schutzgebietsnetzes konzentrieren. Bezüglich der Neuausweisung von Schutzgebieten stehen Ergänzungen nach Vorgaben des Arten- und Biotopschutzprogramms von 1997, nach der derzeit in Arbeit befindlichen dritten Auflage der landesweiten Biotopkartierung und Pflichtaufgaben nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiete) an.

 

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Saarbrücken - Veröffentlicht von pressrelations


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