Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN)
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Wie wird die Höhle unter dem Bleßbergtunnel überquert?
18.11.2008, 11:04
Thüringer Behörden, Bahn und Baufirma einigen sich auf Vorgehensweise

Das weitere Vorgehen im Kreuzungsbereich des künftigen Bleßbergtunnels der Eisenbahn und der beim Bau gefundenen großen Karsthöhle wurde heute vor Ort vorgestellt und erläutert. Entsprechend des erheblichen fachlichen und allgemeinen Interesses waren Vertreter des Thüringer Landesbergamtes, der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, der unteren Naturschutzbehörde, der Deutschen Bahn, der Baufirma, Kommunalpolitiker, Abgeordnete, Fachgutachter und Hobbyforscher gekommen. Zwei Aufgaben seien zu verbinden, hieß es: den Bau einer sicheren Bahnstrecke und die bestmögliche Bewahrung des Höhlensystems.

Ein Rückblick: Im April 2008 waren beim südlichen Vortrieb des Bleßbergtunnels zwei Hohlräume in der Formation des Unteren Muschelkalks entdeckt worden. Der erste hat beachtliche Dimensionen und enthält eine Fülle von Sintergesteinen (Tropfsteine). Erkundungen von Geologen der Bahn, der Behörden und Mitgliedern des ehrenamtlichen Höhlenvereins ergaben, dass die Höhle die künftige Bahnstrecke etwa 250 Meter vor dem Südportal des Tunnels in Ost-West-Richtung kreuzt und sich in ihrer höchsten Stelle etwa 10 Meter unter dem Tunnel befindet. Dieser Bereich soll jetzt kleinräumig und schonend überquert werden. Während in Richtung Osten ein begehbarer Hohlraum nach ca. 15 Metern in schmale Spalten über geht, erstreckt sich die Westhöhle - nach Angaben der Höhlenforscher - ungleich weitläufiger über vermutlich mehrere Hundert Meter.

Das Konzept sieht konkret vor: Nachdem das Tunnelgewölbe im Kreuzungsbereich bis auf die Höhlensohle standfest vertieft wurde, beginnt jetzt für eine Woche die weitere Erkundung des Ostteils der Höhle. Danach muss für die Stabilität des Tunnelbauwerks das unmittelbare Umfeld der Röhre im Umkreis von etwa 15 Metern gesichert werden. Hohlräume werden verfüllt. Das betrifft auch die ersten 15 Meter der in östlicher Richtung verlaufenden Höhle. Aus ihr werden jedoch zuvor ausgesuchte Sinterstücke in Verantwortung des Thüringer Landesbergamtes geborgen und für eine Ausstellung sichergestellt. Im Januar kommenden Jahres sollen zwei Wochen für die weitere Erkundung des Westteils folgen. Auch hier gewährleistet die Bahn den zeitweiligen Zugang durch die Baustelle, während die Höhlenbegehung unter der Hoheit der Thüringer Behörden erfolgt. Für die westliche Karsthöhle sind keine weiteren Eingriffe seitens der Bahn vorgesehen. Über Möglichkeiten einer späteren musealen Nutzung wird nach Vorlage der Erkundungsergebnisse entschieden.

Der Bleßbergtunnel im Thüringer Wald ist mit 8,3 Kilometern der längste Tunnel der im Bau befindlichen Eisenbahn-Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt-Leipzig/Halle.


URL: www.thueringen.de/de/tmlnu/


Erfurt - Veröffentlicht von pressrelations


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