Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
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‚Jugendmedienschutz auf der Höhe der Zeit halten‘
07.12.2004, 14:46

‚Jugendmedienschutz auf der Höhe der Zeit halten‘

50-jähriges Jubiläum der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien

''Kinder und Jugendliche brauchen die Anleitung für einen vernünftigen Umgang mit den Medien. Die Bundesprüfstelle leistet dazu seit einem halben Jahrhundert einen unverzichtbaren Beitrag, Kinder und Jugendliche vor jugendgefährdenden Medien zu schützen.'' Dies sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, bei der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

Auf Einladung der Vorsitzenden der Bundesprüfstelle, Elke Monssen-Engberding kommen in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland rund 250 Gäste zusammen. Neben Bundesministerin Renate Schmidt sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Staat und Wirtschaft sind ehemalige und amtierende Beisitzerinnen und Beisitzer der Bundesprüfstelle eingeladen, die sich ehrenamtlich und unter hohem, persönlichem und ideellem Einsatz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen engagieren. Ihnen gilt der gemeinsame Dank von Bundesministerin Renate Schmidt und der Vorsitzenden der Bundesprüfstelle, Elke Monssen-Engberding.

''Die Entscheidungsgremien der Bundesprüfstelle und ihre Spruchpraxis sind die tragenden Säulen bei der Bewertung der Jugendgefährdung von Medien'', erklärte Elke Monssen-Engberding. ''Die Zusammensetzung des Zwölfergremiums verbindet nach den Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts Fachkenntnisse und Elemente gesellschaftlicher Repräsentanz. Sie ist Garant dafür, dass die verschiedenen Gruppen unserer pluralistischen Gesellschaft an der Definition dessen, was jugendgefährdend ist, teilhaben.''

Bei der Jubiläumsveranstaltung sind außerdem 12- bis 17-jährige Computerspielerinnen und Computerspieler dabei, die mit Bundesministerin Renate Schmidt in einer Talkrunde über ''Spiele ohne Grenzen?'' diskutieren. ''Der Jugendschutz ist ein Spiegel der Normen und Werte unserer Gesellschaft. Die Frage stellt sich gerade auch im Gespräch mit den jungen Menschen selbst immer wieder, wie viel Gewalt und Brutalität wir ihnen zumuten dürfen und welche Schönheitsnormen wir ihnen vorgeben'', so Bundesministerin Renate Schmidt. ''Es ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft, den Jugendmedienschutz auf der Höhe der Zeit zu halten und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen zu schützen.''

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, appellierte an Eltern, sich für den Medienkonsum ihrer Kinder zu interessieren. ''Neue Medien sind für Kinder spannend und wichtig. Nicht alles ist aber für Kinderaugen geeignet. Gerade zu Weihnachten sollten Eltern sehr genau hinschauen, welches Computerspiel sie ihren Kindern schenken oder ob ein eigener Fernseher wirklich sein muss. Wir wollen die Medienkompetenz von Eltern stärken und geben z. B. Tipps über unsere Aktion 'Schau Hin!'.''

Um die Fähigkeiten von Familien zur Medienkompetenz zu stärken, wird sich die Bundesprüfstelle künftig neben ihrer Indizierungstätigkeit verstärkt der Sensibilisierung und Beratung der Öffentlichkeit im Bereich jugendgefährdender Medieninhalte widmen. Dort werden ab Anfang nächsten Jahres fünf zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Information der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit und als Ansprechpartner für Rat suchende oder beschwerdewillige Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen.

Mit der Übergabe eines symbolischen Schlüssels an die Bundesministerin durch Vertreterinnen und Vertreter des ICRAdeutschland-Konsortiums und der D.O.M Datenverarbeitung GmbH geht ein Kooperationsmodell mit der Bundesprüfstelle in die Umsetzungsphase, das auf die Filterung indizierter Internetangebote aus dem Ausland zielt. Während indizierte deutsche Internetseiten nur in geschlossenen Erwachsenenbenutzergruppen verbreitet werden dürfen, sind Internetangebote aus dem Ausland schwer zu kontrollieren. Bundesministerin Renate Schmidt begrüßt die neue technische Möglichkeit ausdrücklich: ''Die Einbindung von Indizierungslisten in Filterprogramme auf hohem Sicherheitsniveau eröffnet Eltern, Schulen und Jugendeinrichtungen die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche wirksam vor jugendgefährdenden Internetinhalten aus dem Ausland zu schützen.'' Der ICRA- Jugendschutzfilter mit integrierten Indizierungslisten wird voraussichtlich im Februar 2005 zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.

Der Jugendmedienschutz ist seit April 2003 grundlegend neu geregelt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist seitdem auch für die Indizierung von allen Internetseiten zuständig. Für Computerspiele und Filme ist eine Altersfreigabe und Kennzeichnung durch die Länder vorgeschrieben, die jedoch bei Jugendgefährdung nicht vergeben werden darf.

Am 14. Juli 1953 trat das Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften, die ursprüngliche Grundlage für die Arbeit der Bundesprüfstelle, in Kraft. Seit ihrer Gründung hat die Bundesprüfstelle Tausende von Medien überprüft; 5.452 befinden sich zurzeit in der Liste der jugendgefährdenden Medien. Dies hat zur Folge, dass diese Medien Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht, insbesondere im Handel nicht offen ausgelegt werden dürfen und die Werbung in der Öffentlichkeit hierfür untersagt ist.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.bundespruefstelle.de

Links:
Weitere Informationen
Kinder und Jugendliche schützen
http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/Kinder-und-Jugend/kinder-und-jugendliche-schuetzen,did=12250.html

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
E-mail: poststelle@bmfsfj.de
Internet:
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Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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