Jahrestag Hitler-Putsch
09.11.2010, 11:21
Innenminister Joachim Herrmann enthüllt am 87. Jahrestag des Todes von vier Polizeibeamten anlässlich des Hitlerputsches an der Feldherrnhalle am 9. November 1923 Gedenktafel: "Selbstloser Einsatz zur Verteidigung der Republik bleibt in ehrendem Gedenken" Innenminister Joachim Herrmann enthüllte heute zusammen mit Oberbürgermeister Christian Ude und Angehörigen der damals Getöteten eine Gedenktafel an der Residenz. Diese erinnert künftig an die vier getöteten Polizeibeamten, die bei einem Schusswechsel während des Hitlerputsches am 9. November 1923 vor der Münchner Feldherrnhalle ums Leben kamen. Er würdigte den Einsatz der Beamten zur Verteidigung der Republik: "Die Polizeibeamten haben sich damals den Nazis entschlossen entgegengestellt und so verhindert, dass schon damals eine Diktatur errichtet werden konnte. Mit der Gedenktafel ehren wir heute deren selbstlosen Einsatz zur Verteidigung der Republik und behalten sie so in ehrendem Gedenken".

Die Polizisten der 2. Polizei-Hundertschaft, die in der Residenz stationiert waren, hatten sich damals an der Feldherrnhalle einem nationalsozialistischen Aufzug unter Beteiligung von Hitler entgegengestellt und den Aufmarsch zum Stoppen gebracht. Bei dem Versuch die Putschisten zurückzudrängen, kam es zu einem Schusswechsel, bei dem Polizei-Oberwachtmeister Friedrich Fink, Polizei-Unterwachtmeister Nikolaus Hollweg, Polizei-Hilfswachtmeister Max Schoberth und Polizeihauptmann Rudolf Schraut getötet wurden. "Wir dürfen diese Menschen und ihren Einsatz für die Republik und die Demokratie, für die sie ihr Leben ließen, nicht vergessen. In der Zeit des Nationalsozialismus hat das NS-Regime vorwiegend an die an der Feldherrnhalle getöteten Nationalsozialisten erinnert und sie zu Helden stilisiert. Die vier Polizisten haben sich aber entschlossen den Feinden der Freiheit und Demokratie entgegengestellt und damit ein Beispiel für nachfolgende Generationen gesetzt", so Herrmann.

Herrmann weiter: "Die Ereignisse des Jahres 1923 zeigen, dass wir bis heute gegenüber allen Formen des Extremismus extrem wachsam bleiben müssen und jeder Keimzelle extremistischer Gewalt, egal ob von Rechts- / Linksextremisten oder islamistischen Extremisten und Terroristen, entschlossen begegnen müssen. Die Bayerische Staatsregierung handelt entschlossen und konsequent gegen Extremisten jedweder Couleur, ganz besonders gegen braune Gewalt", betonte Herrmann. Bereits Anfang 2009 habe das Kabinett auf seinen Vorschlag ein eigenes Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus verabschiedet: "Unsere breit angelegten Maßnahmen greifen sehr gut. Bayern zählt zu den Bundesländern, die am geringsten mit rechtsextremistischer Gewalt belastet sind", so Herrmann.

Die Inschrift der neuen Bronzeplatte an der Residenz ist ganz bewusst in der Schriftart "Futura" gefertigt. Entworfen wurde die Schrift von dem deutschen Grafikdesigner Paul Renner in den 20er-Jahren, der als aufrechter Demokrat 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten emigrieren musste.

Die Inschrift hat folgenden Wortlaut:

Im Gedenken an die Angehörigen der Bayerischen Landespolizei, die bei der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuchs am 9. November 1923 an der Feldherrnhalle erschossen wurden Friedrich Fink Polizei-Oberwachtmeister Nikolaus Hollweg Polizei-Unterwachtmeister Max Schoberth Polizei-Hilfswachtmeister Rudolf Schraut Polizei-Hauptmann


Pressesprecher: Oliver Platzer
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München - Veröffentlicht von pressrelations


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