Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
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Naturforscher und Ärzte tagen in Bremen - Chemiker vergeben dort Auszeichnungen
24.08.2006, 10:01

Naturforscher und Ärzte tagen in Bremen - Chemiker vergeben dort Auszeichnungen

Traditionell beteiligt sich die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an den alle zwei Jahre stattfindenden Versammlungen der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte - so auch in diesem Jahr in Bremen an der 124. Versammlung zum Thema 'Vom Urknall zum Bewusstsein - Selbstorganisation der Materie'. In einer Festsitzung am 18. September legt die GDCh in ihren Vorträgen den Fokus auf die Eigenschaften der Moleküle. Sie nimmt die Veranstaltung aber auch zum Anlass, um den Alfred-Stock-Gedächtnispreis und den Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie zu verleihen.

Alfred-Stock-Gedächtnispreisträger 2006 ist Professor Dr. Karl O. Christe, Loker Hydrocarbon Research Institute, University of Southern California, Los Angeles. Christe, 1936 in Ulm geboren, studierte von 1957 bis 1961 an der Universität Stuttgart Chemie. Dabei benötigte er lediglich neun Monate für seine Doktorarbeit.

Auf einem Kohlenfrachter wanderte Christe 1962 in die USA aus und ließ sich in Kalifornien nieder. Im Stauffer Western Research Laboratory in Richmond fand er seine erste Anstellung mit dem Schwerpunkt auf der Synthese von anorganischen und organischen Fluorverbindungen, chlorierten Kohlenwasserstoffen und Oxidationsmitteln. Von 1967 bis 1994 war er bei Rocketdyne in Kalifornien tätig, einer Firma für synthetische Treib- und Explosivstoffe, deren Forschungsleiter er ab 1979 war. Äußerst erfolgreich arbeitete er hier auf dem Gebiet der Stickstoff- und Halogenfluoride, wobei er viele neue Moleküle synthetisierte. Christe gelangen als erstem die rein chemische Herstellung von Fluor und spektakuläre Synthesen anderer Fluorverbindungen, beispielsweise mit Edelgasen. Nachdem ein Erdbeben die Forschungsanlagen zerstört hatte, wechselte Christe zur Edwards Air Force Base und zur University of Southern California. Die Stickstoff- und die Fluorchemie blieben im Zentrum seiner Arbeiten über hochenergetische Stoffe, starke Oxidationsmittel und Verbindungen mit hoher Koordinationszahl. Christe kann über 300 Publikationen und 64 Patente vorweisen; er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. von der NASA und der American Chemical Society. Christe machte sich auch als Fechter in der deutschen und amerikanischen Nationalmannschaft einen Namen.

Der Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie zeichnet junge Wissenschaftler aus und wird in diesem Jahr in Bremen zweimal verliehen. Die Preisträger sind Dr. Daniel B. Werz, Laboratorium für Organische Chemie der ETH Zürich, und Dr. Carl F. Nising, Department of Chemistry and Chemical Biology, Havard University, Cambridge, USA. Nising, der 1979 in Troisdorf geboren wurde und in Bonn und Karlsruhe Chemie studierte, arbeitet über Mykotoxine, also über von Pilzen gebildete Substanzen mit toxischer Wirkung, die er als Leitstrukturen nutzt, um potentielle Wirkstoffe in der medizinischen Chemie zu finden. Werz, 1975 in Heidelberg geboren, hat dort auch sein Chemie-Studium absolviert und befasst sich im Rahmen seiner Arbeiten zur Kohlenhydratchemie zur Zeit erfolgreich mit schnellen und effizienten Methoden, um Anthrax-Sporen, also die hochpathogenen Sporen des Milzbranderregers Bacillus anthracis, nachzuweisen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche international angesehene Preise. Der Alfred-Stock-Gedächtnispreis, der aus einer Goldmedaille und einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro besteht, erinnert an den Anorganiker Alfred Stock (1876 bis 1946) und wurde seit 1950 bislang 31 mal verliehen. Der Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie/Wirkstoffforschung ist mit der erstmaligen Verleihung im Jahr 2004 der jüngste GDCh-Preis. Er ist in der Regel mit 2.000 Euro dotiert und wird aus der Klaus-Grohe-Stiftung finanziert, die das Ehepaar Dr. Klaus und Eva Grohe 2001 bei der GDCh errichtet hat. Klaus Grohe (*1934) entwickelte während seiner beruflichen Tätigkeit als Forschungschemiker bei der Bayer AG mit großem Erfolg wichtige innovative Medikamente.

Kontakt:
Dr. Renate Hoer
Gesellschaft Deutscher Chemiker
Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 900440
60444 Frankfurt
Tel.: 069/7917-493
Fax: 069/7917-307
E-Mail: r.hoer@gdch.de




Frankfurt/Main - Veröffentlicht von pressrelations


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