Deutsche Telekom AG verkauft Mehrheit des Kabelnetzes in Hessen
03.04.2000, 00:00
Deutsche Telekom AG verkauft Mehrheit des Kabelnetzes in Hessen

 

Deutsche Telekom AG verkauft Mehrheit des Kabelnetzes in Hessen

Neuer Mehrheitseigentümer ist Klesch & Company Limited

Kurzfristiger Ausbau für neue Angebote

31.03.2000 -- Die Deutsche Telekom AG gibt mit dem Teilverkauf des Kabelnetzes Hessen in einer weiteren Region die Mehrheit an ihrem Breitbandkabelnetz ab. Neuer Mehrheitseigentümer für die Regionalgesellschaft Hessen ist Klesch & Company Limited, ein europäisches Investorenkonsortium mit Sitz in London. Das Unternehmen erwirbt 65 Prozent des Kabelnetzes, 35 Prozent verbleiben bei der Deutschen Telekom. Der wirtschaftliche Übergang erfolgt zum 1. Juli 2000, vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

Das Kabelnetz Hessen versorgt derzeit etwa 1,3 Millionen Haushalte mit Fernseh- und Hörfunkangeboten. Mit dem Mehrheitsverkauf eröffnet sich für die Deutsche Telekom gemeinsam mit dem Geschäftspartner Klesch & Company Limited die Möglichkeit, das Kabelnetz kurzfristig weiter auszubauen. Dann steht in Hessen eine weitere moderne, multimediale Hochleistungsinfrastruktur für neue Anwendungen und Services zur Verfügung. Alle Telekommunikations-Dienste vom Telefon über TV bis hin zu Multimedia-Angeboten wie dem schnellen Internet-Zugang, Video-on-Demand oder interaktiven Anwendungen können über das Kabel vermarktet werden.

”Der Ausbau des Kabels inklusive Rückkanal zu einem Multimedia-Netz stellt für den Standort Deutschland einen größtmöglichen Mehrwert dar. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, das gesamte Potenzial des Kabels gemeinsam mit Partnern zu erschließen,” so Gerd Tenzer, Vorstand Technik Netze, Einkauf und Umweltschutz der Deutschen Telekom AG. ”Ich freue mich, dass wir mit Klesch & Company Limited einen Partner für Hessen gefunden haben, der mit uns gemeinsam die Zukunft des Kabels als Multimedia-Netz gestalten will,” so Tenzer weiter.

A. Gary Klesch, designierter Vorsitzender des Aufsichtsrats bei eKabel, der auch für den Vorsitz des Aufsichtsrats von Hessen Kabel, der eKabel-Tochter für das operative Geschäft, vorgesehen ist, erklärte: ”Mit unserem Engagement, für das wir uns zusammen mit der Deutschen Telekom entschieden haben, ist eine vielversprechende Entwicklung der Firma Hessen Kabel vorgezeichnet. Mit dem Beginn des Internet-Zeitalters werden sich sowohl die elektronische Datenkommunikation und der Bereich der Unterhaltungselektronik als auch die herkömmlichen Formen der Aus- und Fortbildung und der Arbeit grundlegend verändern. eKabel steht dafür, dass die Verbraucher und Unternehmen in Hessen von diesen neuen Technologien und ihren Vorteilen als erste profitieren. Wir werden Hessen Kabel zu dem Carrier für digitale Hochgeschwindigkeitsdienste mit interaktiven Anwendungen machen und diese Dienste einem wachsenden Kundenkreis zu erschwinglichen Preisen bereitstellen. Hessen Kabel kommt dabei die Vorreiterrolle beim Aufbau einer hochmodernen Kabelnetzinfrastruktur in Deutschland zu, die weltweit ihresgleichen sucht.”

Die Verkabelung der Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Telekom seit Anfang der 80er Jahre hat zu einer einmaligen Situation in Europa geführt. Rund 18 Millionen Haushalte nutzen inzwischen das breite Kabel-Angebot der Telekom. Den Kabelkunden steht eine Programmvielfalt von bis zu 33 analogen Fernsehprogrammen, 80 Digital-TV-Programmen - darunter sechs kostenfreie Fremdsprachenprogramme - sowie bis zu 36 UKW-Hörfunkprogrammen zur Verfügung.

Zu Beginn des letzten Jahres hat die Deutsche Telekom ihr Breitbandkabel-Geschäft in zwei Tochtergesellschaften, die Kabel Deutschland GmbH und die MediaServices GmbH, ausgegründet. Dabei fällt der Betrieb und die Vermarktung des gesamten Netzes in die Zuständigkeit der Kabel Deutschland GmbH. MediaServices ist zentraler Serviceprovider für digitale Angebote sowie unabhängiger Betreiber der Plattform für digitales Fernsehen im Kabelnetz.

In einem weiteren Schritt wurde das gesamte Bundesgebiet in neun Kabel-Regionen unterteilt. Dabei wurde berücksichtigt, dass jede Region eine Mindestgröße von einer Million angeschlossenen Wohneinheit aufweist. Außerdem wurde beachtet, dass hinsichtlich der Medienpolitik die Zuständigkeitsgrenzen der Landesmedienanstalten nicht durchschnitten wurden. Seit Mitte letzten Jahres werden Verhandlungen mit potentiellen Investoren geführt, die sich an den Regionalgesellschaften beteiligen und dort die unternehmerische Führung übernehmen könnten.

In einem ersten Schritt wurde ein Partner für das Kabelnetz Nordrhein-Westfalen gefunden. Die unternehmerische Führung für Nordrhein-Westfalen wird zum 1. Juli diesen Jahres an die Callahan Associates International LLC übergehen. In mehreren weiteren Regionen steht die Deutsche Telekom in Exklusivverhandlungen mit jeweils einem Käufer. Die Deutsche Telekom ist zuversichtlich, dass es in den nächsten Monaten zu weiteren Kaufabschlüssen kommt.

 





Bonn - Veröffentlicht von pressrelations