Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
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Anhörung zur Stammzellforschung: Zwischen Forschungsfreiheit und ethischer Verantwortung
09.05.2007, 15:43
AG Bildung und Forschung
 
Anhoerung zur Stammzellforschung: Zwischen Forschungsfreiheit und ethischer Verantwortung
 
09. Mai 2007 - Zu der heutigen Anhoerung des Ausschusses fuer Bildung, Forschung und Technikfolgenabschaetzung zur Stammzellforschung in Deutschland erklaeren der forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Joerg Tauss, und der zustaendige Berichterstatter, René Roespel:
 
Die heutige Anhoerung ist ein Beispiel fuer das hohe Niveau der Debatte ueber die Forschung mit embryonalen Stammzellen in Deutschland. Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft betonten ihr berechtigtes Interesse an einer moeglichst umfassenden Sicherstellung der wissenschaftlichen Betaetigungsmoeglichkeiten in der Stammzellforschung. Aber auch die ethischen Bedenken gegen eine Ausweitung der in der Oeffentlichkeit umstrittenen Forschung wurden fundiert dargelegt. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler machten sich die Loesung des komplexen Wertekonflikts zwischen Forschungsfreiheit und ethischen Bedenken nicht leicht. Die Diskussion zeichnete sich vielmehr durch ein hohes Mass an Verantwortung und Reflektion ueber den Umgang mit embryonalen Stammzellen aus.
 
Nachdem nunmehr der wissenschaftliche Sachstand umfassend dargelegt worden ist, wird sich die SPD-Bundestagfraktion mit der Frage, inwieweit Veraenderungen erforderlich sind, intensiv befassen. In der Anhoerung wurde deutlich, dass insbesondere die Strafbarkeitsregelung im Stammzellgesetz aeusserst kritisch bewertet wird und bei einer Reform des Gesetzes ueberprueft werden muesste. Die Frage, ob und in welcher Form die Stichtagsregelung geaendert werden sollte, wurde hingegen kontrovers diskutiert. Es wurde vor allem seitens der geladenen Forscher gefordert, die Stichtagsregelung zu veraendern. Von anderen Sachverstaendigen wurden allerdings auch erhebliche ethische Bedenken vorgetragen. Letztendlich wird es in diesem Punkt davon abhaengen, welches der vorgebrachten Argumente fuer jede und jeden Abgeordneten ueberzeugender sein wird. Ziel des Gesetzes aus dem Jahr 2002 war es, Forschung im Bereich der embryonalen Stammzellforschung unter strengen Voraussetzungen zu ermoeglichen und damit zu einer Befriedung einer kontroversen Diskussion zu kommen. Der Deutsche Bundestag und letztlich jede und jeder Abgeordnete muss nun pruefen, ob und in wieweit das Gesetz dieser Intention nach wie vor hinreichend gerecht werden kann, ohne ethische Grundansichten des Gesetzes infrage zu stellen.
 
Wer aber wie die FDP bereits vor einer Sachverstaendigenanhoerung bereits die 'Ergebnisse' der Veranstaltung bewertet, der zeigt, dass es ihm nicht um Sachverstand und Wissen geht, sondern um parteipolitische Profilierung um jeden Preis.
 
 
2007 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de



Berlin - Veröffentlicht von pressrelations


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