Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
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Pflegemedaille des Landes Hessen - 25 Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet
23.09.2009, 11:47
Wiesbaden. Jürgen Banzer, Hessischer Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit überreichte heute die siebte Pflegemedaille des Landes Hessen bei einem Festakt im Schloss Biebrich in Wiesbaden an 25 hessische Bürgerinnen und Bürger. „Sie haben in vorbildlicher Weise Dienst am Menschen geleistet und große Nächstenliebe gezeigt, indem Sie über lange Jahre mit großer Kraftanstrengung nahe stehende Menschen zu Hause gepflegt haben“, sagte der Minister in seiner Ansprache. Die vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Auszeichnung soll den Einsatz pflegender Angehöriger öffentlich würdigen.

„Die Geehrten stellen Ihr Leben in den Dienst des anderen und gewährleisten dessen Pflege und Versorgung rund um die Uhr. Die häusliche Pflege ist nicht selten mit einer enormen körperlichen Anstrengung und psychischen Belastung verbunden“, betonte Minister Jürgen Banzer. Das erfordere nicht nur sehr viel Kraft, sondern auch Kontinuität, Verlässlichkeit und sehr viel Zeit. „Damit verzichten sie zumindest zeitweise auf eigene Lebensverwirklichung und stellen eigene Interessen hinten an. Sie bringen damit ein großes Opfer, das einer besonderen Würdigung bedarf.“

Es sei wichtig, dass die Angehörigen zur Unterstützung ihrer häuslichen Pflege schnell und unkompliziert Hilfe bekommen können. „Deshalb werde ich die Tages- und die rehabilitative Kurzeitpflege in Hessen auch in kleineren Gemeinden weiter ausbauen“, kündigte der Minister an.

„In einer zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft sind Sie Vorbild für Familie und Gemeinschaft, für Zusammenhalt und Solidarität. Die Hessische Landesregierung, Ministerpräsident Roland Koch und ich übermitteln Ihnen mit dieser Auszeichnung Dank und Anerkennung für Ihr herausragendes Wirken. Sie haben große persönliche Verdienste erworben und einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag geleistet“, so der Minister abschließend.

Mit der Pflegemedaille des Landes Hessen wurden ausgezeichnet:?

Herr Hans Ahlers aus Bad Soden am Taunus (Main-Taunus-Kreis), 75 Jahre, der seit mehr als 17 Jahren seine schwerstbehinderte und -pflegebedürftige Ehefrau pflegt. ?

Frau Ilse Anna Emig aus Gorxheimertal (Landkreis Bergstraße), 82 Jahre, die mehr als 15 Jahre ihren Ehemann bis zu seinem Tod gepflegt hat.

Frau Inge Ursula Gebhardt aus Offenbach am Main, 83 Jahre, die seit mehr als acht Jahren ihren schwerstpflegebedürftigen Ehemann pflegt.

Frau Ottilie Margarete Rosalie Griesel aus Naumburg (Landkreis Kassel), 77 Jahre, die seit über 28 Jahren ihre schwerpflegebedürftige Tochter pflegt. Darüber hinaus pflegte sie über elf Jahre ihre Mutter und betreute ein Jahr ihren schwerkranken Ehemann.

Frau Gerda Kränzler aus Usingen (Hochtaunuskreis), 74 Jahre, die mehr als 16 Jahre bis zu seinem Tod ihren schwerstbehinderten und schwerpflegebedürftigen Vater pflegte. Darüber hinaus pflegte sie über 27 Jahre ihre Mutter ebenfalls bis zu deren Tod. ?

Ehepaar Hildegard und Wolfgang Lippert aus Lauterbach-Heblos (Vogelsbergkreis), 55 und 63 Jahre, die seit 36 Jahren ihre schwerstbehinderte und -pflegebedürftige Tochter pflegen. Darüber hinaus pflegten und betreuten sie die Mutter von Frau Lippert zwei Jahre.

Herr Ernst Martin aus Erlensee (Wetteraukreis), 65 Jahre, der seit mehr als 26 Jahren seine schwerkranke Ehefrau pflegt.

Herr Klaus Müller aus Laubach (Landkreis Gießen), 70 Jahre, der seit mehr als 27 Jahren seine schwerstbehinderte und -pflegebedürftige Frau pflegt. ? Frau Helene Mülot aus Romrod-Zell (Vogelsbergkreis), 85 Jahre, die seit 60 Jahren ihren schwerstpflegebedürftigen Mann pflegt.

Ehepaar Margarete und Wolfgang Münch aus Lorsch (Landkreis Bergstraße), 74 und 81 Jahre alt, die seit mehr als neun Jahren die mittlerweile 100-jährige schwerstbehinderte und -pflegebedürftige Mutter von Frau Münch pflegen ?

Herr Heinz Nebel aus Oestrich-Winkel (Rheingau-Taunus-Kreis), 72 Jahre, der seit mehr als 26 Jahren seine schwerstbehinderte und -pflegebedürftige Ehefrau pflegt. ? Frau Hedwig Ningel aus Biebergemünd (Main-Kinzig-Kreis), 81 Jahre, die seit mehr als 21 Jahren ihre seit Geburt schwerstbehinderten Zwillingsbrüder pflegt. ?

Frau Anni Peter aus Schwalmstadt-Rörshain (Schwalm-Eder-Kreis), 70 Jahre, die mehr als 17 Jahre ihren schwerstbehinderten und -pflegebedürftigen Ehemann bis zu seinem Tod gepflegt hat. Außerdem pflegt und betreut sie seit mehr als drei Jahren ihre pflegebedürftige Mutter. ?

Frau Hilde Potsch aus Wiesbaden, 73 Jahre, die mehr als 14 Jahre den schwerpflegebedürftigen Ehemann bis zu seinem Tod gepflegt hat.

Frau Elisabeth Ritzel aus Offenbach, 75 Jahre, die mehr als sieben Jahre bis zu seinem Tod ihren schwerpflegebedürftigen Ehemann gepflegt hat.

Herr Karl Fritz Wilhelm Günter Rode aus Weiterstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg), 80 Jahre, der mehr als 20 Jahre bis zu ihrem Tode seine schwerstbehinderte Ehefrau gepflegt hat.

Frau Wilhelma Hella Schäfer aus Eltville (Rheingau-Taunus-Kreis). 74 Jahre, die neun Jahre bis zu seinem Tod ihren schwerstbehinderten und schwerpflegebedürftigen Ehemann gepflegt hat.

Frau Erika Maria Schneider aus Willingshausen-Wasenberg (Schwalm-Eder-Kreis), 69 Jahre, die seit fast 52 Jahren ihren seit Geburt schwerstbehinderten Sohn pflegt. Darüber hinaus pflegte sie mehr als drei Jahre, bis zu seinem Tod, ihren Ehemann.

Frau Ursel Schnorr aus Alsfeld-Eifa (Vogelsbergkreis), 54 Jahre, die sechzehn Jahre, bis zu seinem Tod, ihren Vater pflegte. Außerdem pflegt und betreut Frau Schnorr seit mehr als 12 Jahren ihre schwerstbehinderte Mutter und kümmert sich seit 1997 um ein schwerstbehindertes Pflegekind.

Frau Hedwig Stein aus Wiesbaden, 78 Jahre, die seit mehr als 50 Jahren ihren seit Geburt schwerstbehinderten Sohn pflegt.

Herr Franz Anton Weiser aus Gorxheimertal (Landkreis Bergstraße), 81 Jahre, der zehn Jahre lang, bis zu ihrem Tod, seine Ehefrau pflegte.

Ehepaar Juliana und Heinrich Wilhelm Zeller aus Rockenberg (Wetteraukreis), beide 81 Jahre alt, die seit 31 Jahren die seit Geburt schwerstbehinderte Tochter der Nachbarn mit betreuen und pflegen.


Weitere Informationen:
Nach der Pflegestatistik 2007 des Hessischen Statistischen Landesamts werden rund 75 Prozent der Pflegebedürftigen in Hessen, die Leistungen nach der Pflegeversicherung erhalten, zu Hause gepflegt. Das sind mehr als 131.000 Personen. Davon nehmen rund 73 Prozent keine ambulanten Pflegedienste zur Hilfe. Mit der Pflegemedaille zeichnet das Land seit dem Jahr 2004 Personen in Hessen aus, die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen, der ihnen nahe steht, unentgeltlich im häuslichen Bereich über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens fünf Jahren gepflegt und betreut haben. Leistungen der Pflegeversicherung oder ein geringfügiges Entgelt schließen die Ehrung nicht aus. Vorschlagsberechtigt sind Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, die privatgewerblichen Verbände der Alten- und Behindertenhilfe, die Landesseniorenvertretung Hessen, der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für behinderte Menschen, Selbsthilfegruppen, die Gemeinden und Kreise und jede natürliche Person. Der Vorschlag ist an den Landrat oder Oberbürgermeister zu richten, die ihn mit einer Stellungnahme zur Entscheidung an das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit weiterleiten.


Pressestelle: Sozialministerium
Pressesprecherin: Ulrike Grzimek, Dostojewskistraße 4, D-65817 Wiesbaden
Telefon: (0611) 817 34 08, Fax: (0611) 89 0 84 - 666
E-Mail: presse@hmafg.hessen.de


Wiesbaden - Veröffentlicht von pressrelations


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