Delfinschutz-Organisationen warnen anlässlich massiver Preiserhöhung vor weiteren Todesfällen in der neuen Delfin-Lagune des Tiergartens Nürnberg
11.05.2011, 12:30
Die Erhöhung des Kombipreises um 50 Prozent des Nürnberger Tiergartens für die neue Delfin-Lagune ist gegenüber Familien mit Kindern ein Schlag ins Gesicht, so die Delfinschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und Projekt Walschutzaktionen (ProWal). Das neue Delfingehege soll im August 2011 eröffnetn werden.

Das WDSF warnt zusammen mit ProWal seit Jahren nicht nur wegen der nicht artgerechten Haltungsbedingungen vor dem 24-Million-Projekt der Delfin-Lagune mit dem Manatihaus. Ein Zuschuss der Bayerische Landesstiftung von 1,5 Millionen Euro gilt für die Tierschutz-Organisationen als fragwürdig, zumal durch die Landesstiftung nach ihrer Satzung eine Förderung von Projekten nur zulässig sei, wenn sie gleichzeitig „gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dient“, wobei nur Vorhaben gefördert werden dürften, „die nicht zu den Pflichtaufgaben der kommunalen Gebietskörperschaften gehören“.

Die Stadt hat für den Neubau eine Bürgschaft von rund 20 Millionen Euro übernommen, der Tiergarten einen Kredit von fast 24 Millionen Euro. WDSF und ProWal hatten die verantwortlichen Politiker der Stadt mehrfach gewarnt, dass Delfinarien vom Aussterben bedroht seien. Insbesondere nach dem Oscar-prämierten Kinofilm „Die Bucht“, der die Zusammenhänge zwischen der blutigen japanischen Delfintreibjagd und der Delfinarienimporte aufdeckte, seit das Zuschauerinteresse an gefangen gehaltenen Delfinen stark rückläufig, so WDSF und ProWal.

Tatsächlich liegt der Zuschauerrückgang des Delfinariums Nürnberg seit 2007 bis 2010 bei 79.214 Besuchern. Der Tiergarten hat trotz Flocke-Jahr seit 2005 rund 200.000 zahlenden Besucher verloren.

Um die Aufklärung der Bevölkerung über die Hintergründe der Delfingefangenschaft fortzusetzen, würden Helfer des WDSF und ProWal ab sofort an Sonntagen vor dem Nürnberger Tiergarten Informations-Flyer verteilen, so auch am Sonntag den 8. Mai.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Wir haben mehrfach die verantwortlichen Politiker und Parteien in Nürnberg gewarnt, dass im Rahmen der politischen Verantwortung Köpfe rollen werden, wenn sie die Wahnsinnsverschuldung durch den Bau der Lagune nicht stoppen. Das WDSF ist vom Bundesministerium gebeten worden, an der Neuauflage der Haltungsbedingungen für Delfine mitzuwirken. Mit einer wissenschaftlichen Stellungnahme von Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum hat das WDSF eingebracht, dass ein Delfinarium wenigstens eine Länge von 900 Metern haben muss, um den biologischen Grundbedürfnissen der Meeressäuger gerecht zu werden. Alleine dadurch wird die Delfin-Lagune bereits bei ihrer Eröffnung nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen überholt sein.“

WDSF und ProWal fordern, die teure Delfinhaltung endgültig einzustellen und die Nutzung der Lagune einer Freizeitgestaltung zuzuführen. Eine Nachzucht sei aufgrund von 37 vorzeitigen Todesfällen in Nürnberg nicht mehr zu rechtfertigen. „Die nächsten Todesfälle sind auch in der Lagune vorprogrammiert, zumal die Wasserqualität und die Haltung der sensiblen Tiere im Winter nicht einer artgerechten Haltung entsprechen“, so Ortmüller.--


Hagen - Veröffentlicht von pressrelations


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