Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Schleuse 94 in Eggolsheim
17.09.2014, 09:45
Von Anfang an unrentabel

Am Samstag, den 20. September 2014 um 11.30 überbringt Reinhold Schöpf, Ortskurator Fränkische Stadtbaumeister der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), an der Schleuse 94 des Ludwig-Donau-Main-Kanals in Eggolsheim einen Fördervertrag an Bürgermeister Claus Schwarzmann. Damit stehen 20.000 Euro für die Sandsteininstandsetzung an dem historischen Schleusenbauwerk zur Verfügung. Weitere Mittel zum Erhalt des Denkmals erhält die Gemeinde vom Land und vom Landkreis, der Bayerischen Landes-, der Oberfranken- und der Zukunftsstiftung der Sparkasse sowie aus dem EU-Programm LEADER.

Das Sandsteinbauwerk ist ein noch gut erhaltener Teil des unter Ludwig I. in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Ludwig-Donau-Main-Kanals. Die 173 Kilometer lange Strecke von Kelheim nach Bamberg diente der Überwindung der europäischen Wasserscheide und besaß einst rund einhundert Schleusen. Damit überbrückte sie einen Höhenunterschied von insgesamt 263 Metern. Stolze 17,5 Millionen Gulden kostete das Projekt. Acht Häfen, 14 kleinere Anlandeplätze, 70 Dämme, 60 Einschnitte, 117 Brücken sowie unzählige Wasserzuläufe und 69 Schleusenwärterhäuser gehörten dazu. Die Gesamtplanung oblag dem Bauingenieur Heinrich Freiherr von Pechmann.

Das heutige Industriedenkmal war von Anfang an eine unrentable Wasserstraße, die Abmessungen zu bescheiden. Gerade einmal 1,46 Meter tief und nur 15,9 Meter breit war der Kanal für die aussterbenden Treidelschiffe konzipiert. Kleine Motorschiffe konnten sie noch befahren, für Dampfschiffe jedoch war sie unpassierbar. Daher wurde die Wasserstraße nach Kriegszerstörung 1950 nördlich von Nürnberg trockengelegt. Durch den Main-Donau-Kanal und den Frankenschnellweg überbaut, war sie weitgehend aus dem Landschaftsbild getilgt und blieb nur auf gut 65 Kilometern zwischen Nürnberg und Beilngries erhalten, wo der Kanal noch wasserführend ist.

Die Schleuse 94 bei Eggolsheim war eine der zentralen Schleusenanlagen im Regnitztal. Sie hatte einen besonders hohen Hub. Heute ist die Kammerschleuse trockengelegt, sind Mechanik und Holztore nicht mehr vorhanden. Doch die Schleusenkammer und der in acht Meter Tiefe liegende Boden aus Sandsteinplatten ist hervorragend erhalten, ebenso ein Düker, der durch den ganz alten Kanal führt.

Schleuse 94 gehört zu den über 270 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.


Deutsche Stiftung Denkmalschutz
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53113 Bonn

Telefon: 0228 9091-402
Telefax: 0228 9091-409

Mail: schirmer(at) denkmalschutz.de
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Bonn - Veröffentlicht von pressrelations


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