Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
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Die Unstimmigkeiten von Fundamentalkonstanten und das Ion des Wassermoleküls

28.03.2019, 13:00
Was hält die Welt im Innersten zusammen? Welches sind die relevanten Kräfte und wie stark sind sie? Am Donnerstag, den 4. April 2019, stellt Prof. Stephan Schiller, Ph.D. vom Institut für Experimentalphysik seine Forschung vor. Er will mit der ultrapräzisen Spektroskopie an Molekülionen Fundamentalkonstanten bestimmen und physikalische Gesetze überprüfen.
 
Die Untersuchung solcher Fragen erfordert häufig extremen technischen Aufwand - wie kilometerlange Teilchenbeschleuniger am europäischen Forschungszentrum CERN oder riesige Teleskope für die Astronomie. Prof. Stephan Schiller, Ph.D. geht dagegen einen anderen Weg: Mit Experimenten von Tischgröße, aber größtmöglicher Feinheit, will er die Eigenschaften von Materie untersuchen.

Dazu wählt er die einfachsten Moleküle, bestehend aus nur zwei Protonen (Kerne der Wasserstoffatome) und einem einzelnen Elektron. Die freie Rotation dieses einfach positiv geladenen Wasserstoffmoleku¨ls kann mit hoher Präzision gemessen werden. Die beiden Kerne im Molekül schwingen mit einer genau definierten Frequenz gegeneinander; diese hängt von der Masse der Kerne und der Stärke und Art der Kräfte zwischen den drei Teilchen ab. Wie Prof. Schiller und Mitarbeiter theoretisch zeigen konnten, sollte es möglich sein, diese Schwingung extrem präzise zu vermessen, mit einer relativen Ungenauigkeit von weniger als 10-16; diese Zahl entspricht dem Verhältnis von 1 mm zum Abstand Erde - Pluto.

Da die bisherige Ungenauigkeit millionenfach höher ist, birgt der Ansatz ein enormes Potential für Verbesserung. Dieses möchte Prof. Schiller mit seinem Team ausschöpfen: Sie wollen mehrere Naturkonstanten wesentlich genauer als bisher bestimmen. Perspektivisch könnte dies auch dazu fu¨hren, gewisse Unstimmigkeiten im derzeitigen Ensemble von Fundamentalkonstanten auszuräumen.

Prof. Stephan Schiller, Ph.D. ist Experimentalphysiker und forscht unter anderem an ultrakalten Moleku¨len, hochauflösender Spektroskopie, optischen Uhren und hochpräzisen Tests fu¨r Fundamentalkonstanten im Labor und an Satelliten. 2018 erhielt er einen der hoch renommierten Advanced Grants 2017, mit denen das European Research Council (ERC) Spitzenforscher in einem strikten Auswahlverfahren auszeichnet.

Die Vortragsreihe „Forschung im Fokus“ ist ein gemeinsames Projekt von Heinrich-Heine-Universität, Volkshochschule, Evangelischer Stadtakademie und Heinrich-Heine-Institut. Die Einzelveranstaltungen finden einmal im Monat - immer Donnerstag - in zentraler Lage, im Haus der Universität, in Düsseldorf statt.

Termin:
Donnerstag, 4. April 2019, Beginn: 19 Uhr
Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf

Die Veranstaltung ist öffentlich, Interessierte sind herzlich willkommen: Eintritt 5 Euro, für Studierende frei.

Pressekontakt:
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Deutschland

Telefon: (0211) 81-00,
Telefax: (02 11) 34 22 29
Mail: mailto:Willhardt@verwaltung.uni-duesseldorf.de
URL: http://www.uni-duesseldorf.de



 



Düsseldorf - Veröffentlicht von pressrelations