Dirk Harbecke, Chairman von Rock Tech Lithium, erläutert Hintergründe zum Lithiummarkt:
09.11.2018, 10:11
Die Mär vom Überangebot

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
seit rund einem Jahr ist die Stimmung bei Lithium-Produzenten und Explorern im Keller. Dafür gab es im Wesentlichen zwei Auslöser. Erst publizierte Morgan Stanley eine Studie, die in den kommenden Jahren ein Überangebot prophezeite. Dann kündigte Sociedad Química y Minera de Chile, kurz SQM genannt, an, seine Produktionskapazität massiv auszuweiten, was die Befürchtungen von Morgan Stanley umgehend zu bestätigen schien. SQM zählt immerhin zu den größten Lithiumproduzenten der Welt.

Jetzt, rund ein dreiviertel Jahr später, zeigt sich, dass hinter den Aussagen der amerikanischen Investmentbank und des chilenischen Lithiumproduzenten dicke Fragezeichen angebracht sind. Erst im Oktober gab SQM bekannt, dass seine Ausbaupläne überambitioniert sind und die Produktion langsamer steigt als angekündigt. Ursprünglich hatten die Chilenen geplant, die Förderung von bislang 48.000 in den kommenden drei Jahren auf 180.000 Tonnen Lithium fast zu vervierfachen.

Produktionsausfall
Doch daraus dürfte erst einmal nichts werden. Denn der Ausbau der Verarbeitungsanlage in Antofagasta dauert deutlich länger als vom Unternehmen avisiert. Neue Bauteile mussten erst noch kalibrieret und feingetunt werden, bevor die Anlage die vorgesehene Kapazität erreicht. Die Folge war, dass SQM im dritten Quartal tatsächlich 4.000 Tonnen Lithium weniger produzierte als geplant. Da gleichzeitig die Lagerbestände am Boden waren, sanken Q3 verglichen mit dem Dreimonatszeitraum zuvor die Verkaufsvolumina um 15 Prozent. Jetzt rechnet SQM damit, dass die verkauften Lithiummengen im zweiten Halbjahr nur um 20 Prozent über denen des vergleichbaren Vorjahreszeitraums liegen. Ursprünglich angekündigt war, die Produktion in diesem Jahr um gut 45 Prozent zu steigern.

Es ist durchaus möglich, dass der Ausbau nicht nur langsamer als geplant verläuft, sondern auch deutlich kleiner ausfällt. Neben SQM produziert auch der amerikanische Konkurrent Albemarle in Chile Lithium. Beide Konzerne gewinnen das Leichtmetall aus einem großen Salzsee, dem Salar de Atacama. Und wie SQM hat auch Albemarle ehrgeizige Ausbaupläne - und dieselben Herausforderungen. Auch Albemarle musste in den grade veröffentlichten Q3 Zahlen einen Rückgang der Lithiumproduktion einräumen. Da alle Ausbaupläne zusammen möglicherweise die Lagerstätte überfordern könnten, laufen derzeit intensive Verhandlungen mit den chilenischen Behörden. Der ehemalige Manager des Lithium-Produzenten FMC, Joe Lowry, meint, dass die Produktion aus dem Salar de Atacama deutlich limitierter sei, als es die beiden Lithium-Produzenten unterstellen. Nach Schätzungen des exzellenten Branchenexperten könnten bis zum Jahr 2023 maximal 150.000 Tonnen Lithium pro annum gewonnen werden. Allein SQM kündigte an, dort schon zwei Jahre vorher 180.000 Tonnen zu fördern.

SQM ist nicht der einzige Lithium-Förderer, bei dem sich die Produktionsausweitung hinschleppt. Beim Salar de Olaroz in Argentinien war die Förderung im dritten gegenüber dem zweiten Quartal um 36 Prozent rückläufig. Orocobre, der Betreiber des Vorkommens, machte dafür schlechtere Witterungsbedingungen verantwortlich. Außerdem musste die Produktionsanlage für Wartungsarbeiten zwei Wochen runtergefahren werden. Im Jahresvergleich stieg der Ausstoß lediglich um sieben Prozent.

Neben den Produktionsausfällen ist zu beachten, dass es einen beträchtlichen Zeitraum braucht, bis das geförderte Lithium zu einer für Batterien benötigten Qualität weiterverarbeitet wird. Experten veranschlagen dafür mindestens neun bis zwölf Monate. Außerdem ist es sehr komplex, dass aus Salzseen geförderte Lithium so hochgradig zu konzentrieren/verarbeiten, damit es für Akkus genutzt werden kann. Unterdessen steigt jedoch die Nachfrage vor allem für Batteriezellen schnell an.

Steigende Preise
Dass derzeit kein Überangebot an batteriefähigem Lithium herrscht, lässt sich klar an der Preisentwicklung ablesen. SQM nannte die Verkaufspreise für Lithium-Carbonat im dritten Quartal relativ stabil. Wettbewerber Orocobre wurde da schon konkreter. Laut Unternehmensangaben stieg der Preis im dritten Quartal durchschnittlich auf 14.699 Dollar pro Tonne. Gegenüber dem Vorquartal bedeutete das ein Plus von acht Prozent. Im Jahresvergleich belief sich der Anstieg sogar auf 31 Prozent. Es ist wohl an der Zeit, dass Morgan Stanley seine Prognose anpasst.

Über Rock Tech Lithium:

Rock Tech Lithium ist ein Explorationsunternehmen, dessen Hauptaugenmerk auf den Erwerb und die Exploration von Konzessionsgebieten mit potenziellen Vorkommen von Lithium gerichtet ist. Das Lithiumprojekt Georgia Lake ist eine Lagerstätte mit lithiumreichen Pegmatitgängen, die für den Abbau von Ressourcen erschlossen werden. Die Lagerstätte wurde bereits 1955 in der Bergbauregion Thunder Bay im Nordwesten der kanadischen Provinz Ontario in der Nähe des Oberen Sees entdeckt. Rock Tech Lithium konzentriert sich seit 2016 verstärkt auf die Arbeit in diesem Konzessionsgebiet und das in einem internationalen Marktumfeld, in dem der Trend seit Jahren immer mehr zu Elektroautos geht. Analysten gehen davon aus, dass im Jahr 2025 mehr als 25 % der neu verkauften Fahrzeuge Elektroautos sein werden, wodurch die Nachfrage nach Batterien und damit auch nach Batteriemetallen wie Lithium stark zunehmen wird.

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Veröffentlicht von pressrelations


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