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PTKO-Presseforum Berlin: rbb-Intendantin Patricia Schlesinger: 'menschengemachter Journalismus in digitaler Welt wichtig wie nie zuvor'

09.09.2019, 10:17
Während Künstliche Intelligenz (KI) und maschinengestützte Arbeitsabläufe bei der Produktion redaktioneller Inhalte an Bedeutung gewinnen, hat die Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Patricia Schlesinger, auf die Bedeutung des "menschengemachten Journalismus" verwiesen. "In einer Welt der Sprachassistenten, News-Feeds und Content-Hubs ist menschengemachter Journalismus so wichtig wie nie zuvor", sagte Schlesinger am Freitag, den 6. September 2019 beim Presseforum der Produktions- und Technik-Kommission (PTKO) von ARD und ZDF auf der IFA in Berlin.

Schlesinger: "Bedeutung investigativer Recherche"
Zwar gäbe es etwa bei Wetter-, Verkehrs-, Börsen- oder Sportnachrichten exzellent trainierte maschinelle Assistenten, die Redaktionen entlasten könnten. "Die Informationsgeschwindigkeit steigt und dieses Rennen gewinnen die Roboterjournalisten. Es steigt aber auch die Bedeutung umfassender Berichterstattung, investigativer Recherche und klarer, nüchterner Einordnung. Das sind die Alleinstellungsmerkmale eines kritischen Journalismus, der den Unterschied macht und echte Orientierung bietet", sagte Schlesinger. Gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe als politisch und kommerziell unabhängige Instanz "im Technologiezeitalter der neuronalen Netze eine neue Wächter-Funktion".

Spanner-Ulmer: "Wir können auf unsere Vielseitigkeit vertrauen"
Eröffnet hatte das Presseforum am Freitagmittag Prof. Birgit Spanner-Ulmer, Vorsitzende der PTKO und Produktions- und Technikdirektorin des Bayerischen Rundfunks. Sie warnte vor falschen Ängsten angesichts des zunehmenden Einsatzes von KI: "Wir können selbstbewusst auf unsere Vielseitigkeit und die besondere Art von Geistesblitzen vertrauen, die nur Menschen zu eigen sind. Technik mag jetzt nicht nur Bereiche des menschlichen Handelns, sondern auch des Denkens übernehmen - aber die Aufgaben, die allein durch menschliche Befassung zu lösen sind, werden uns sicher nicht ausgehen."

In das Schwerpunktthema "Künstliche Intelligenz in der Newsproduktion - Was hat das Publikum von Avataren, Minern und Datenjournalisten?" hatte auf dem Forum Jukka Niva mit einer Keynote eingeführt. Der Chef des News Lab beim finnischen öffentlich-rechtlichen Sender YLE News erläuterte unter anderem den Einsatz von künstlicher Intelligenz in seinem Haus.

Presseforum der ARD/ZDF Technik- und Produktionskommission
Über weitere Aspekte des Themas und praktische Anwendungen informierten zudem Christian Radler, Redakteur für Strategie und Innovation bei ARD aktuell, Rainer Tief, Leiter der Hauptabteilung Archive, Dokumentation, Recherche beim Bayerischer Rundfunk, Tilman Wagner, Innovation Manager, Research & Cooperation Projects der Deutschen Welle sowie Robert Bachem, Programmbereichsleiter Information, Gesellschaft, Leben und Redaktionsleiter von ZDFinfo.
 
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München - Veröffentlicht von pressrelations