Sewing in Davos: „Wir wollen wieder stolz sein können auf die Deutsche Bank”
24.01.2019, 14:23


Der Vorstandschef spricht auf dem Weltwirtschaftsforum über seine Motivation, die Fortschritte der Bank und die digitale Zukunft

Die Deutsche Bank hat ein solides Fundament, um ihre Ziele zu erreichen und wieder zu wachsen - und dank des großen Einsatzes unserer Mitarbeiter wird sie schon bald ihren Stolz und ihre gute Reputation zurückgewinnen. Das sagte Vorstandschef Christian Sewing auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Im Gespräch mit Uwe Jean Heuser, Wirtschaftschef der Wochenzeitung DIE ZEIT, lobte Sewing die mehr als 90.000 Kolleginnen und Kollegen, die „jeden Tag daran arbeiten, die Deutsche Bank neu aufzustellen”. Es gebe positive Rückmeldungen von Regulatoren und Analysten, weil die Bank ihre Kosten angehe und die Bilanz und die Kontrollen gestärkt habe.

Auf die Frage, was er als Vorstandsvorsitzender erreichen wolle, sagte Sewing: „Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung bin ich seit 30 Jahren bei der Deutschen Bank. Ich möchte sie zu einer Bank machen, die ihrem Anspruch gerecht wird und wieder den guten Ruf genießt, den sie einmal besaß. Ich möchte meinen Job gut machen, die richtigen Werte leben und erreichen, dass die Mitarbeiter wieder mit Begeisterung dabei sind. Wir wollen wieder stolz sein können auf die Deutsche Bank.“

Sich leidenschaftlich für die Kunden einzusetzen sei auch der Schlüssel, um das Vertrauen in die Bank wieder herzustellen, sagte der Vorstandschef. Einige glaubten „immer noch, dass die Kunden zu uns kommen, aber wir müssen mit unseren Lösungen zum Kunden gehen“, fügte er hinzu.

Auf die Frage, ob Sewing spüre, dass sich die deutschen Unternehmen eine erfolgreiche Deutsche Bank wünschten, sprach der Vorstandschef den Kunden zunächst einen „tiefen Dank“ für ihre Unterstützung aus. Anschließend betonte er, dass es „ein fürchterlicher Fehler“ wäre, wenn sich die größte Volkswirtschaft Europas ausschließlich auf ausländische Banken verlassen würde.

Die meisten Vorstände deutscher Unternehmen würden denn auch erkennen, wie wichtig es sei, eine starke, gesunde und international aufgestellte Deutsche Bank zu haben. „Deswegen wünschen sie uns Erfolg“, sagte Sewing. Umgekehrt sei er überzeugt, dass man unmöglich international erfolgreich sein könne, wenn man auf dem Heimatmarkt keine starke Stellung habe.

Angesprochen auf die anhaltenden Fusionsspekulationen wurde der Vorstandschef deutlich: „Ich habe eine große Aufgabe vor mir und die lautet, die Deutsche Bank wieder in die Gewinnzone zu bringen. Das ist meine Hauptaufgabe, über andere Dinge mache ich mir zurzeit keine Gedanken.

Vorausblickend bezeichnete Sewing die Digitalisierung und die Plattform-Ökonomie als zentrale Treiber für den Erfolg der Deutschen Bank. „Die digitale Welt ist von riesiger Bedeutung. Wenn wir hier nicht an der Spitze vorangehen, werden wir auf lange Sicht unsere Relevanz für die Kunden verlieren.“

Dem häufig zitierten Ausspruch von Bill Gates, dass es in der Zukunft zwar „Bankdienstleistungen, aber keine Banken” brauche, widersprach Sewing schließlich klar: Die Banken hätten Wissen und Erfahrungen, die essentiell seien, um sich in der komplexen Regulierungslandschaft der Finanzwelt zurechtzufinden. Und das sei nur einer der Gründe, sagte Sewing. Sein Fazit: „Banking ohne Banken kann ich mir nicht vorstellen.“




Frankfurt am Main - Veröffentlicht von pressrelations