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Studie für NRW zeigt: Lesbische und schwule Arbeitnehmer_innen fühlen sich diskriminiert

13.05.2019, 11:25
Am 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT). 1990 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an diesem Tag Homosexualität von ihrer Liste der psychischen Krankheiten gestrichen. Aus diesem Anlass hat das Familienministerium in Nordrhein-Westfalen das Institut für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung (IDA) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius mit einer Sonderauswertung der Studie „Out im Office?!“ von 2017 für NRW beauftragt.

Auf Basis der bundesweiten Studie „Out im Office?!“ von 2017 wurden in der Sonderauswertung auch die Daten von bisexuellen und Trans*-Personen ausschließlich für Beschäftigte in NRW ausgewertet. Andreas Bothe, Staatssekretär im Familienministerium, äußert sich besorgt über die Ergebnisse: „Die Sonderauswertung für NRW hat ergeben, dass fast dreiviertel aller lesbischen und schwulen Befragten und eine noch größere Zahl der Trans*-Personen arbeitsplatzrelevanter Diskriminierung ausgesetzt sind. Das ist inakzeptabel.“

Der Anteil derer, die Diskriminierung insgesamt erfahren haben, ist nach wie vor sehr hoch. Dabei ergeben sich ähnliche Werte für NRW wie für die Bundesrepublik: Nur ein Viertel (26,1 %) der lesbischen und schwulen Befragten hat in keiner Form Diskriminierung erlebt. Bei Trans*-Personen sind dies nur 14 Prozent und bei bisexuellen Befragten liegt der Wert bei null Prozent. Trans*-Beschäftigte berichten zumeist zwei- bis dreimal so häufig von Diskriminierungserfahrungen wie lesbische, schwule und bisexuelle Personen. Ein großer Anteil der Diskriminierungserfahrungen (circa 50-65 %) ist dabei im Rahmen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes relevant, ein erheblicher Anteil (circa 10-40 %) ist daneben von strafrechtlicher Bedeutung. „Insgesamt zeigt sich, dass lesbische und schwule Beschäftigte innerhalb der letzten zwanzig Jahre zunehmend offener mit ihrer sexuellen Identität am Arbeitsplatz umgehen können - in NRW sogar noch etwas mehr als im Vergleich zu Deutschland. Dennoch berichten die Befragten genauso häufig wie vor zehn Jahren von Diskriminierungserfahrungen“, fasst Florian Meinhold, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IDA, die Ergebnisse zusammen. Auch für NRW könne festgestellt werden, dass sich Homo-, Bi- und Trans*-Negativität in erheblichem Ausmaß negativ auf die Arbeitszufriedenheit auswirke, ergänzt Prof. Dr. Dominic Frohn, wissenschaftlicher Leiter des IDA und Professor an der Hochschule Fresenius.

Über die Hochschule Fresenius
Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum in New York gehört mit über 13.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Laborpraxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studiengänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbezug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre reakkreditiert.


Bayreuth - Veröffentlicht von pressrelations