Das Vorstandsteam: Dirk Stenkamp (Vorsitz, Mitte), Jürgen Himmelsbach (Finanzen) Astrid Petersen (Personal) Bild: TÜV NORD/Schumann
TÜV NORD AG
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TÜV NORD GROUP fordert und entwickelt Ideen für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung – Kompetenzen in einem Nationalen Energierat bündeln

30.03.2022, 09:30


Die TÜV NORD GROUP plädiert für neue Ansätze bei der Energiewende in Deutschland. Dirk Stenkamp, Vorsitzender des Vorstands, machte bei der Jahrespressekonferenz in Hannover konkrete Vorschläge für mehr Geschwindigkeit und Zukunftssicherheit beim Umbau der Energiesysteme. Unter anderem sprach er sich für einen Nationalen Energierat aus. 2021 waren Dienstleistungen im Energiebereich für die TÜV NORD GROUP ein innovatives Wachstumsfeld. Entgegen pandemiebedingter Reise- und Kontaktbeschränkungen ist der TÜV NORD Konzern im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. So stieg der Konzern-Umsatz um 8,3 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro.

Jahrzehntelange Erfahrung und das breite Wissen von TÜV NORD bei Planungen, Prüfungen und Begutachtungen sind eine wichtige Basis für den schnellen Umbau der Energiesysteme und die deutsche Energiewende. „Wir brauchen neue Ideen für die Energiewende. Versorgungssicherheit, Klimaschutz und bezahlbare Energie müssen immer zusammen gedacht werden“, sagte Dirk Stenkamp, Vorstandsvorsitzender der TÜV NORD GROUP, bei der Jahrespressekonferenz in Hannover. Er sprach sich für einen Nationalen Energierat aus. Dieses unabhängige Gremium aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft könne pragmatisch und kenntnisreich sämtliche Energie-Maßnahmen ins Auge fassen. Vorbild für einen solchen Energierat könne die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission für den Kohleausstieg sein.

In einer von der TÜV NORD GROUP in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage rechnet eine breite Mehrheit mit steigenden Kosten durch die Energiewende. Insgesamt 87 Prozent glauben, dass die Preise für Energie eher oder sogar sehr viel teurer werden. Nur eine kleine Minderheit der Bundesbürger (11 Prozent) geht davon aus, dass die Preise sinken. Zugleich sorgt sich eine Mehrheit um die Energiesicherheit in Deutschland. 56 Prozent der Befragten schätzen die Sicherheit der Energieversorgung aktuell als sehr oder eher niedrig ein. Nur 42 Prozent gehen von einer hohen oder sehr hohen Energiesicherheit aus. Vor allem die junge Generation rechnet derweil mit einer steigenden Akzeptanz der Energiewende. Nahezu drei Viertel (73 Prozent) der 14- bis 29-Jährigen glauben, dass eine Mehrheit der Deutschen bereit wäre, zukünftig die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien stärker als bisher zu akzeptieren, auch wenn zum Beispiel Windräder näher an Wohnsiedlungen stehen oder eine Stromtrasse unmittelbar an einer Stadt vorbeiführt. Bei der Gesamtheit der Befragten liegt der Wert bei 59 Prozent. Das Institut Forsa hatte am 23. und 24. März bundesweit insgesamt 1.005 Menschen befragt.
Weitere Informationen zur Umfrage hier: https://www.tuev-nord-group.com/de/newsroom/news/details/article/forsa-umfrage-breite-mehrheit-rechnet-mit-hoeheren-energiekosten/

Stenkamp wertete die Bereitschaft der Menschen und den Willen gerade der jungen Generation, Belastungen für die Energiewende künftig stärker in Kauf zu nehmen, als Zeichen an alle Beteiligten, Planungsprozesse und Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen. Die Ergebnisse machten auch deutlich, dass die Kosten für die Umsetzung der Energiewende ein bedeutendes Thema für viele Menschen sind. Deshalb sei eine offene Debatte über die entstehenden Kosten notwendig. „Die Verbraucher:innen alleine werden die nötigen Investitionen für den Umbau kaum alleine schultern können“, so Stenkamp. Ein wichtiger Schritt seien die von der Bundesregierung geplanten Investitionen für eine unabhängige, sichere und klimaschonende Energieversorgung bis zum Jahr 2026.

Die Zahl der umzusetzenden Maßnahmen sei in den nächsten Jahren und Jahrzehnten hoch. Daraus ergeben sich Stenkamp zufolge an vielen Stellen auch Aufgaben für die TÜV NORD GROUP. „Für den Import und Transport von flüssigem Erdgas werden technisch sichere Terminals sowie leistungsfähige Gasleitungen benötigt. Dafür bringen wir als Unternehmen unsere Expertise ebenso ein wie für ein global anerkanntes Zertifizierungssystem für Wasserstoff.“ Stenkamp betonte, dass TÜV NORD schon heute wertvolle Beiträge für eine effiziente und klimaschonende Entwicklung der Mobilität leiste.

Finanzvorstand Jürgen Himmelsbach sprach von einem erfreulichen Geschäftsverlauf 2021: „Viele Bereiche waren coronabedingt von Reise- und Kontaktverboten betroffen. Dennoch haben wir bei allen relevanten Kennzahlen zulegen können. Ein organisches Umsatzwachstum von mehr als acht Prozent spricht für die große Leistungsfähigkeit unseres Konzerns.“ Himmelsbach betonte, dass 2021 der TÜV NORD CAMPUS in Essen mit modernster Labor- und Prüftechnik eingeweiht wurde. „Allein im vergangenen Jahr hat die TÜV NORD GROUP fast 60 Millionen Euro investiert. Für zusätzliche Prüfungen und Gutachten unter den neuen Rahmenbedingungen der Energiesicherheit sind wir bestens aufgestellt.“

Die wichtigsten Finanzkennzahlen (gegenüber 2020):
• Konzern-Umsatz: 1.369,3 Mio. Euro (1.265,6 Mio. Euro)
• Betriebsergebnis (EBIT): 73,1 Mio. Euro (47,8 Mio. Euro)
• EBT: 73,3 Mio. Euro (31,9 Mio. Euro)
• Mitarbeitende (Vollzeit, FTE): 11.959 (11.658), davon 3.850 außerhalb Deutschlands

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine bedankte sich Personalvorständin Astrid Petersen für das große ehrenamtliche Engagement. „Allen Kolleginnen und Kollegen, die geflüchtete Menschen zu Hause aufnehmen oder sich anderweitig engagieren, bieten wir einen freien Tag an.“ Die Geschäftsbereiche haben zügig Arbeits- und Weiterbildungsangebote mit dem Ziel initiiert, Menschen aus der Ukraine schnell und unbürokratisch in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Corona-Pandemie hat der Konzern nach den Worten von Astrid Petersen genutzt, die neue Flexibilität in der Arbeitswelt weiter auszugestalten. Eine Regelung zum Homeoffice, die im Schnitt an zwei Tagen das Arbeiten von zu Hause ermöglicht, und weitere Angebote fördern eine zeitgemäße, vertrauensvolle Unternehmenskultur. „Wir etablieren neue Arbeitsplatzkonzepte, mit denen wir die Attraktivität für Bewerber:innen steigern wollen.“ Petersen hob die unabhängige Metastudie LEADING EMPLOYERS hervor, bei der die TÜV NORD GROUP unter 160.000 bundesweit beteiligten Unternehmen den 36. Platz belegte: „Im regionalen Vergleich haben wir in der Landeshauptstadt Hannover sogar den Spitzenplatz erzielt, im Land Niedersachsen Platz zwei!“

Den Geschäftsbericht für 2021 finden Sie hier auf unserer Website: https://www.tuev-nord-group.com/de/unternehmen/geschaeftsberichte-zahlen-und-fakten/geschaeftsbericht-2021.


Hannover - Veröffentlicht von pressrelations