Dank der Holzfeuerungsanlage Vitoflex 300-SRT kann sich Sarner Holz selbst mit Wärme versorgen und speist überschüssige Energie in ein Fernwärmenetz ein. Foto. Viessmann

Von wegen Abfall - Bei Sarner Holz wandelt ein Biomassekessel Sägenebenprodukte in Wärme um

01.10.2019, 10:11


Wo im Jahr rund 70.000 Kubikmeter Rundholz zu einfachem Schnittholz bis hin zu hochwertiger Tischlerware verarbeitet werden, fallen auch jede Menge Sägenebenprodukte an. Sägemehl, Rinde und Hackschnitzel lassen sich größtenteils weiterverkaufen. Oder man heizt damit sein eigenes Sägewerk und versorgt sich selbst mit umweltfreundlicher Wärme. So macht es Sarner Holz im Sarntal in Südtirol. Jüngst hat das Unternehmen einige Millionen Euro in eine neue Holzfeuerungsanlage von Viessmann Industrial Solutions samt zugehörigem Pufferspeicher investiert. Und damit sein Ziel der Selbstversorgung sogar übertroffen: Mit der überschüssigen Wärme soll nun ein geplantes Fernwärmenetz für die umliegenden Siedlungen betrieben werden.

Autarke Wärmeversorgung

Bereits seit über 20 Jahren setzt Sarner Holz bei der werksinternen Wärmeversorgung auf Eigenregie. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir unseren Betrieb jedoch enorm gesteigert. Da haben unsere beiden bestehenden Anlagen zur Wärmeerzeugung einfach nicht mehr gereicht“, erklärt Christian Kemenater, einer der insgesamt drei Geschäftsführer von Sarner Holz. Also musste eine dritte Anlage her sowie ein Pufferspeicher, der Lastspitzen beim Wärmebedarf abfedern soll. Die erste Anlage kam 1997 von der damaligen Mawera Holzfeuerungsanlagen GmbH, die 2007 von Viessmann übernommen wurde. „Aufgrund der hervorragenden Erfahrung war von Anfang an klar, dass wir auch das Nachfolgeprojekt mit Viessmann machen“, betont Christian Kemenater.

Installiert wurde eine Holzfeuerungsanlage vom Typ Vitoflex 300-SRT der Viessmann Holzfeuerungsanlagen GmbH, einer Tochtergesellschaft des Geschäftsbereichs Viessmann Industrial Solutions. Die Anlage hat eine Nenn-Wärmeleistung von 2.600 kW. Das Besondere: Als Brennmaterial kommt ausschließlich nasse Fichtenrinde in den Heizkessel. Dank Stufenrostfeuerung und stehender Brennkammer muss der Brennstoff nicht vorgetrocknet werden. Denn der Vitoflex 300-SRT verbrennt emissionsarm und rückstandslos Brennstoffe mit einem Wassergehalt bis zu 60 Prozent. Insgesamt 23.000 srm Fichtenrinde werden pro Jahr in der Anlage zu Wärme umgewandelt. „Das ist klasse, denn der Verkauf von Rinde ist bekanntlich wirtschaftlich nicht interessant. Umso besser, dass wir sie so für uns selbst nutzen können“, so Kemenater.

Selbst Lastspitzen sind kein Problem

Insgesamt 2,2 MW Wärme produziert das Heizwerk auf dem Gelände von Sarner Holz pro Jahr. Damit werden elf Trockenkammern für die Holztrocknung sowie im Winter die Produktionshalle beheizt. „Weil wir in der Produktionshalle auch verleimen, brauchen wir hier eine laufend konstante Temperatur“, erklärt der Geschäftsführer. Vor allem aber die Trockenkammern, die größte hat eine Nennleistung von 1,3 MW, haben einen großen Wärmeenergiebedarf. Im Winter verschärft sich dieser noch weiter. „Wenn wir draußen minus zehn Grad Celsius haben und die Trockenkammern beim Einschalten auf 50 bis 60 Grad Celsius hochheizen müssen, ist das ein Riesenbedarf“, verdeutlicht Kemenater. Um solche Lastspitzen abfedern zu können, wurde im Zuge der neuen Anlage auch ein Pufferspeicher mit einer Speicherkapazität von 150 m3 installiert.

Rundum-Betreuung durch Viessmann

Die Spezialisten von Viessmann Holzfeuerungsanlagen übernahmen die gesamte Projektabwicklung - von der Planung, über die Montage bis zur Inbetriebnahme. „Eine besondere Herausforderung war der straffe Zeitplan von gerade einmal knapp vier Monaten“, erklärt Patrik Scheiber, Produktmanager der Viessmann Holzfeuerungsanlagen.

Weitere Projekte für Wärme und Strom

Positiver Nebeneffekt der neuen Holzfeuerungsanlage Vitoflex 300-SRT: Sie bringt 700 kW nicht-verstromte Wärme und damit mehr, als die Sarner Holz selbst benötigt. Die übrige Wärme soll in ein Fernwärmenetz fließen, das 2020 starten und dann laufend erweitert werden soll. Langfristiges Ziel sei es laut Geschäftsführer, insgesamt 20 bis 30 Wohnungen mit Fernwärme versorgen zu können.

Sarner Holz erzeugt jedoch nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Zum einen über eine firmeneigene Photovoltaikanlage. Zum anderen mittels ORC-Modul (ORC für Organic Rankine Cycle). Die bei der Verbrennung der Biomasse in den Holzfeuerungsanlagen anfallende thermische Energie wird auf einen Thermalölkessel übertragen. Der Thermoölkreislauf speist anschließend das ORC-Modul, das der Stromerzeugung dient, mit einer elektrischen Leistung von 300 kW mit Wärme.

Die elektrische Energie wird im eigenen Betrieb genutzt, aber der gesamte Strombedarf im Werk wird so noch nicht gedeckt. „Das nächste Projekt ist bereits in Planung. Das Ziel: Auch der Strom, den wir brauchen, soll von uns selbst kommen. Bei der Wärme sind wir bereits komplett autark und unabhängig. Das wollen wir künftig auch beim Strom“, so Christian Kemenater. „Und natürlich machen wir auch das wieder mit Viessmann“.

Über Sarner Holz
Seit Generationen beschäftigt sich Sarner Holz mit der Holzverarbeitung und dem dazugehörigen Handel. Die Produktpalette reicht von einfachem Schnittholz, über Sägenebenprodukte bis hin zu hochwertiger Tischlerware. Am Sitz im Sarntal in Südtirol beschäftigt das Unternehmen 90 Mitarbeiter inklusive eigenem Fuhrpark und Logistik.

Viessmann Industrial Solutions
Im Geschäftsbereich Industrial Solutions sind die Aktivitäten für komplexe Anlagen zur Energieerzeugung aus Prozesswärme, Dampf und Biomasse der Viessmann Group gebündelt. Zielgruppen sind Gewerbe, Industrieunternehmen und Kommunen, die energieeffiziente Systemlösungen oder Komplettanlagen aus einer Hand erwarten.

Ihr Tochterunternehmen Viessmann Holzfeuerungsanlagen GmbH ist der Spezialist für Biomasse-Kessel. Sie bietet die Konzeption und Umsetzung von Komplettanlagen für industrielle, gewerbliche und kommunale Kunden an. Vom Heizkessel über Brennstoff-Fördersysteme bis zur Abgasreinigung ist jede Holzart einsetzbar. Alle Feuerungssysteme lassen sich kombinieren; je nach Wärmebedarf kommen Warmwasser-, Heißwasser-, Dampfkessel oder Thermalölkessel zum Einsatz. Die maßgeschneiderten Anlagen werden mit Zubehör schlüsselfertig geliefert.

Über Viessmann
Viessmann wandelt sich kontinuierlich vom Heiztechnikhersteller zum Lösungsanbieter für den kompletten Lebensraum. Dafür entwickelt das Unternehmen nahtlose Klimalösungen, die die Umgebung des Menschen mit der optimalen Raumtemperatur, mit Warmwasser, Strom und guter Luftqualität gleichermaßen versorgen. In seinem Integrierten Lösungsangebot verbindet Viessmann auf Basis der richtigen Energiequellen Produkte und Systeme über Plattformen und digitale Services nahtlos miteinander. Dazu kommt eine Vielzahl zusätzlicher Dienstleistungen. Dabei steht die richtige Balance aus erneuerbaren Energiequellen und maximaler Energieeffizienz bei fossilen Energieträgern im Vordergrund. Seit der Gründung 1917 handelt das Familienunternehmen werteorientiert und langfristig. Und zeigt sich in dem über allem stehenden Unternehmensleitbild “We create living spaces for the generations to come”. Lebensräume für die Generationen von morgen zu gestalten, das ist die Verantwortung der weltweit 12.000 Mitglieder starken Viessmann Familie.



Allendorf (Eder) - Veröffentlicht von pressrelations


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