Mithilfe des Bosch eCalls erhalten Autofahrer schnelle Hilfe bei einem Unfall. (Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
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Zehn Jahre erhöhte Verkehrssicherheit durch Bosch eCall

17.06.2022, 09:14
Vom international erfolgreichen Notrufservice bis zum eCall von morgen

Blitzeis auf der Autobahn. Ein Fahrzeug kommt von der Straße ab, überschlägt sich und rutscht eine Böschung herunter. Keiner sieht den Unfall. Für Situationen wie diese wurde der "Emergency Call", kurz eCall, entwickelt. Das Notrufsystem für Fahrzeuge baut bei Unfällen oder in Notsituationen automatisch oder per Knopfdruck eine Sprachverbindung zu einer Notrufstelle auf und fordert schnelle Hilfe an. Ein international führender Anbieter des lebensrettenden Dienstes ist Bosch Service Solutions. Im Auftrag eines deutschen Automobilherstellers hat der Serviceanbieter vor zehn Jahren einen der ersten integrierten Notrufservices entwickelt, die sich weltweit erfolgreich durchsetzen konnten. "Im Juni 2012 ging der Service in neun Ländern und sechs Sprachen live. Heute ist er bereits in mehr als 50 Ländern und mehr als 20 Sprachen verfügbar - und es werden immer mehr. Aktuell verfügen rund 27 Millionen Autos von über 15 Automobilmarken über den Notrufservice von Bosch", erklärt Stefan Gross, Leiter Mobility Services bei Bosch Service Solutions. In den vergangenen zehn Jahren hat das Unternehmen über elf Millionen eCalls bearbeitet. Als Pionier in diesem Bereich bringt es zudem stetig Neuerungen auf den Markt, zuletzt den Smartphone-basierten eCall.

Start des eCall-Service im Jahr 2012
Während der Bosch Notrufservice im Jahr 2012 noch als Kombination aus Bordcomputer und Fahrerhandy funktionierte, folgte im Jahr 2014 die serienmäßige Integration ins Infotainment-Modul der Fahrzeuge. Die Technik erkennt über Sensoren einen Aufprall und entsendet einen Notruf. Gleichzeitig übermittelt sie ein Paket mit unfallrelevanten Daten. Für den eCall-Service hat Bosch ein internationales Netzwerk an Servicestandorten mitsamt einer umfassenden IT-Infrastruktur aufgebaut. Dazu gehören auch Partnernetzwerke zu Rettungsleitstellen, Feuerwehren und Krankenhäusern in den jeweiligen Ländern. Die hohen Standards des Bosch eCalls entwickelte der Serviceanbieter auf Basis jahrelanger Erfahrung im Alarm- und Notrufmanagement.

Leben retten und Verkehrssicherheit erhöhen
Auch auf der politischen Ebene setzte sich der Nutzen von Notrufsystemen in Fahrzeugen schnell durch: Am 31. März 2018 wurde die EU-eCall-Pflicht eingeführt. Seither müssen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, die in der EU neu auf den Markt kommen, über einen integrierten Notrufservice verfügen. In der Folge gibt es in der EU zwei Systeme: den gesetzlichen 112-eCall und die eCall-Systeme privater Anbieter wie Bosch - beide erfüllen definierte EU-Standards. Der Unterschied: Beim privaten eCall wird der Notruf in den eigenen Notrufzentralen des Anbieters entgegengenommen und bei Bedarf umgehend an die öffentlichen Leitstellen weitergegeben. Der Vorteil ist, dass fehlerhafte Alarme, etwa durch versehentliches Drücken der Notruftaste, auf diese Weise herausgefiltert werden können. Das entlastet die Rettungsleitstellen und hält Kapazitäten für Ernstfälle frei. Mit einer Quote von rund 90 Prozent hat Bosch in den letzten zehn Jahren rund zehn Millionen fehlerhafte eCalls herausgefiltert. Ein weiteres Plus: Die Mitarbeitenden der Bosch Notrufzentrale bleiben am Telefon und betreuen die verunfallten Personen, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Euro NCAP bestätigt verbesserte Verkehrssicherheit
Ein großer Vorteil des Bosch eCalls ist seine mehrsprachige Ausrichtung: Fahrzeuginsassen können in vielen Ländern einen Notfall in ihrer Sprache melden. Ein deutscher Tourist wird etwa im Spanienurlaub auf Deutsch angesprochen - das kann psychologisch und für die Weitergabe der Unfalldaten von großem Wert sein. Die Rettungsleitstellen wiederum werden dann in der Landessprache informiert, um Missverständnisse zu vermeiden. Und: Sie erhalten Informationen, die über den beim EU-112-eCall geltenden, sogenannten Mindestdatensatz hinausgehen. Letzterer umfasst unter anderem die geografische Position, den Unfallzeitpunkt und die Fahrtrichtung des Unfallfahrzeugs. Bosch leitet darüber hinaus auch Daten wie die Insassenzahl und die Unfallschwere weiter. Beides sind Faktoren, die die Rettungskette und damit die Hilfe für die Insassen verbessern. Die unabhängige Bewertungsorganisation für Fahrzeugsicherheit, Euro NCAP, bewertet eCall-Systeme im Fahrzeug mit, wenn sie Neuwagen in Crashtests auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Die Verfügbarkeit des Notrufs in möglichst vielen Sprachen fließt ebenso positiv in die Bewertung ein wie die Übermittlung unfallrelevanter Daten an die Rettungsleitstellen, die über den Mindestdatensatz hinausgehen.

Mit Smartphone und LTE zum eCall von morgen
Bosch entwickelt den eCall kontinuierlich weiter und bringt regelmäßig technische Neuerungen auf den Markt. So lässt sich der Bosch eCall dank smartphone-basierter Unfallerkennung heute in Apps von Flottenfahrzeugen integrieren. Darüber hinaus arbeitet Bosch an der Ausweitung digitaler und damit schnellerer Übertragungswege. In den USA etwa setzt Bosch auf den "Next Generation eCall" und überträgt Unfalldaten per internetbasierter Datenverbindung über LTE vom Auto in die Notrufzentralen. "Für die Übertragung via LTE spricht ihre sehr hohe Geschwindigkeit und exzellente Sprachqualität", erklärt Stefan Gross. "Das hilft uns, die Rettungskette besonders schnell in Gang zu setzen."

Digitalisierung der Rettungskette
Auch die Weitergabe der relevanten Informationen von den Notrufzentralen in die Rettungsleitstellen entwickelt sich weiter: Dies ist notwendig, da die Datenübertragung im EU-112-eCall auf die älteren Telefonnetze 2G und 3G begrenzt ist, deren Abschaltung immer wieder diskutiert wird. Zugleich fehlt in Deutschland aktuell noch eine gesetzliche Grundlage, die eindeutig regelt, wie Notrufe privater Anbieter digital an die Leitstellen übermittelt werden können. Dies führt dazu, dass immer noch viele Notrufe per Sprachanruf weitergegeben werden. Bosch arbeitet daran, die Nutzung moderner digitaler Übertragungswege auszubauen. "Wir hoffen, dass EU-weit möglichst bald die Weichen für eine schnelle digitale Datenübertragung gestellt werden, damit sie flächendeckend zum Einsatz kommt", so Stefan Gross. In jedem Fall ist Bosch bestens gerüstet, um Notfälle auch in Zukunft schnell und effektiv zu bearbeiten - mit dem Ziel, noch mehr Menschenleben zu retten.


Grevenbroich - Veröffentlicht von pressrelations